Das Buch Henoch
by
Andreas Gottlieb Hoffmann (Translator / Editor)

Part 2 out of 2



Behältnisse der Sterne, und aller Strahlen, von wo sie ausgehen zu dem
Antlitz der Heiligen.
6. Und er verbarg den Geist Henochs in dem Himmel der Himmel.
7. Und ich sah dort in der Mitte jenes Glanzes, daß darin Etwas, was erbaut
war aus Steinen von Glas,
8. inmitten dieser Steine Zungen von lebendigem Feuer. Und es sah mein Geist
eine Umschließung, welche umschloß dieses Haus des Feuers von seinen vier
Enden, darin Ströme angefüllt mit lebendigen Feuer, und sie umschlossen
dieses Haus.
9. Und es umgaben die Seraphs, die Cherubs und die Ophanin; dies sind
diejenigen, welche nicht schlafen, und bewahren den Thron seiner
Herrlichkeit.
10. Und ich sah unzählige Engel, Tausende, Tausende von Tausenden, und
Myriaden von Myriaden, und sie umgaben jenes Haus.
11. Michael und Raphael und Gabriel und Phenuel und die heiligen Engel,
welche in den Himmeln oben, gingen ein und aus in dieses Haus. Und es gingen
heraus aus diesem seinem Hause Michael und Gabriel, Raphael und Phenuel, und
viele heilige Engel, welche ohne Zahl,
12. und mit ihnen das Haupt der Tage, und sein Haupt (war) wie Wolle weiß
und rein, und sein Kleid, daß es nicht zu beschreiben.
13. Und ich fiel auf mein Antlitz, und alle mein Fleisch löste sich und mein
Geist wurde verwandelt.
14. Und ich rief aus mit der Stimme, mit dem Geiste der Kraft, und ich
pries, rühmte und erhob.
15. Und diese Lobpreisungen, welche gingen aus meinem Munde, waren
wohlgefällig vor jenem Haupte der Tage.
16. Und es kam jenes Haupt der Tage mit Michael und Gabriel, Raphael und
Phenuel, und den Tausenden von Tausenden, und den Myriaden von Myriaden,
Engeln, welche ohne Zahl.
17. Und es kam zu mir jener Engel, und mit seiner Stimme begrüßte er mich
und sagte zu mir: "Du bist der Mannessohn, der du geboren bist zur
Gerechtigkeit, und Gerechtigkeit ist über dir geblieben.
18. Und die Gerechtigkeit des Hauptes der Tage wird dich nicht verlassen."
19. Und er sagte zu mir: "Er wird dir zurufen Frieden durch seinen Namen für
die Welt, die ist; denn von dort ist ausgegangen Friede seit der Schöpfung
der Welt.
20. Und so wird er sein dir in Ewigkeit zu Ewigkeit.
21. Und alle, welche sein werden und wandeln werden auf deinem Wege der
Gerechtigkeit, werden dich nicht verlassen in Ewigkeit.
22. Und bei dir wird sein ihre Wohnung, und bei dir ihr Teil, und von dir
werden sie nicht getrennt werden in Ewigkeit zu Ewigkeit.
23. Und so wird sein Länge der Tage mit jenem Menschensohn.
24. Und Friede wird sein den Gerechten [und sein gerader Weg den
Rechtschaffenen] in dem Namen des Herrn der Geister in Ewigkeit zu Ewigkeit.


Kap. 71, Sect. XIII

1. Das Buch des Umlaufs der Lichter des Himmels, eines nach dem andern, wie
sie sind, je nach ihren besonderen Abteilungen, einzeln je nach ihrer
besonderen Macht, je nach ihrer besonderen Zeit, einzeln nach ihrem
besonderen Namen, und nach den Orten ihres Aufgangs, und je nach ihren
besonderen Monaten, welche mir zeigte Uriel, der heilige Engel, welcher bei
mir war und ihr Führer ist. Und ihr ganzes Verzeichnis, wie es ist, zeigte
er mir, und wie jedes Jahr der Welt und bis in Ewigkeit, bis wird gemacht
werden ein neues Werk, welches bleiben wird bis in Ewigkeit.
2. Und die ist das erste Gesetz der Lichter. Die Sonne, das Licht kommen
durch die Tore des Himmels, welche gegen Morgen, und ihr Untergang ihr
Untergang ist in der Toren des Himmels, welche gegen Abend.
3. Ich sah sechs Tore, aus welchen hervorgeht die Sonne, und sechs Tore, wo
untergeht die Sonne,
4. - und der Mond geht in diesen Toren auch auf und unter, - und die Führer
der Sterne mit denjenigen, welche sie führen, sechs im Morgen und sechs in
dem Untergange der Sonne.
5. Und sie alle, eines hinter dem anderen, sind gerade, und viele Fenster
zur Rechten und zur Linken dieser Tore.
6. Und zuerst geht hervor das große Licht, dessen Name Sonne, und seine
Kugel ist wie die Kugel des Himmels, und ganz ist es angefüllt mit Feuer,
welches glänzt und brennt.
7. Den Wagen, worin es aufsteigt, weht der Wind fort.
8. Und untergeht die Sonne vom Himmel, und wendet sich gegen Mitternacht, um
nach Morgen zu gehen, und sie wird so geführt, daß sie kommt zu jenem Tore
und leuchtet an der Oberfläche des Himmels.
9. So geht sie hervor in dem ersten Monate in dem großen Tore.
10. Und sie geht hervor durch dieses vierte jener sechs Tore, welche gegen
Aufgang der Sonne sind.
11. Und in diesem vierten Tore, aus welchem hervorgeht die Sonne in dem
ersten Monate, in ihm sind zwölf offene Fenster, aus welchen hervorgeht eine
Flamme, wenn sie geöffnet werden zu ihrer Zeit.
12. Wenn die Sonne aufgeht, so geht sie aus dem Himmel hervor durch dieses
vierte Tor 30 Tage, und durch das vierte Tor, welches gegen Abend des
Himmels, geht sie gerade herab.
13. Und in jenen Tagen verlängert sich der Tag von dem Tage an, und verkürzt
sich die Nacht von der Nacht an 30 Morgen lang. Und an jenem Tage ist länger
der Tag um zwei als die Nacht.
14. Und es ist der Tag genau zehn Teile und es ist die Nacht acht Teile.
15. Und es geht hervor die Sonne aus diesem vierten Tore und geht unter im
vierten, und wendet sich zu dem fünften Tore, welches in Morgen, während 30
Morgen, und sie geht hervor aus ihm und geht unter in dem fünften Tore.
16. Alsdann wird länger der Tag um einen zweiten Teil, und es wird der Tag
elf Teile; und es wird kürzer die Nacht und wird sieben Teile.
17. Und die Sonne wendet sich nach Morgen, und kommt zum sechsten Tore, und
sie geht auf und geht unter in dem sechsten Tore 31 Morgen, wegen ihres
Zeichens.
18. Und an jenem Tage wird länger der Tag als die Nacht; und es wird der Tag
das Doppelte der Nacht, und es wird der Tag zwölf Teile.
19. Und es wird kürzer die Nacht und wird sechs Teile. Und es erhebt sich
die Sonne, damit kürzer werde der Tag und sich verlängere die Nacht.
20. Und es wendet sich die Sonne nach Morgen und sie kommt zum sechsten
Tore, und hervor geht die Sonne daraus und geht unter 30 Morgen.
21. Und wenn vollendet sind 30 Morgen, wird verringert der Tag um einen
Teil, und es wird der Tag elf Teile und die Nacht sieben Teile.
22. Und es geht hervor die Sonne von Abend aus jenem sechsten Tore und geht
nach Morgen, und geht auf in dem fünften Tore 30 Morgen , und geht unter
wiederum in Abend in dem fünften Tore, welches in Abend.
23. An diesem Tage wird verringert der Tag um zwei Teile, und es wird der
Tag zehn Teile und die Nacht acht Teile.
24. Und es geht hervor die Sonne aus jenem fünften Tore, und geht unter in
dem fünften Tore, welches in Abend, und geht auf in dem vierten Tore wegen
ihres Zeichens 31 Morgen lang, und geht unter in Abend.
25. An diesem Tage ist gleich geworden der Tag mit der Nacht, und sie ist
gleich, und es wird die Nacht neun Teile und der Tag neun Teile.
26. Und es geht die Sonne hervor aus diesem Tore, und geht und geht unter in
Abend, und wendet sich zum Morgen, und geht hervor durch das dritte Tor 30
Morgen, und geht unter in Abend in dem dritten Tore.
27. Und an diesem Tage wird länger die Nacht von dem Tage an während 30
Morgen, und kürzer wird der Tag von dem Tage an während 30 Tagen, und es
wird die Nacht genau zehn Teile und der Tag acht Teile.
28. Und es geht die Sonne hervor aus jenem dritten Tore, und geht unter in
dem dritten Tore in Abend, und wendet sich gegen Aufgang, und es geht hervor
die Sonne durch das zweite Tor des Aufgangs 30 Morgen.
29. Und so geht sie unter in dem zweiten Tore im Abend des Himmels.
30. Und an jenem Tage wird die Nacht elf Teile und der Tag sieben Teile.
31. Und es geht hervor die Sonne an jenem Tage aus dem zweiten Tore, und
geht unter in Abend in dem zweiten Tore, und wendet sich gegen Aufgang in
das erste Tor 31 Morgen,
32. und geht unter in Abend in dem ersten Tore.
33. Und an jenem Tage verlängert sich die Nacht und wird das Doppelte des
Tages.
34. Und es wird die Nacht genau zwölf Teile und der Tag sechs Teile.
35. Und es erreichte die Sonne ihre Höhen, und ein zweites Mal macht sie
ihren Umlauf über diese ihre Höhen.
36. Und sie kommt in jenes Tor 30 Morgen, und in Abend ihm gegenüber geht
sie unter.
37. Und an jenem Tage wird kürzer die Nacht von ihrer Länge um eine Hand
[das ist um einen Teil], und sie wird elf Teile,
38. und der Tag sieben Teile.
39. Und es wendet sich die Sonne und kommt zu dem zweiten Tore, welches in
Aufgang.
40. Und sie wendet sich über diese ihre Höhen 30 Morgen, geht auf und geht
unter.
41. Und an diesem Tage wird kürzer die Nacht von ihrer Länge, und es wird
die Nacht zehn Teile und der Tag acht Teile. Und an diesem Tage geht hervor
die Sonne aus jenem zweiten Tore, und geht unter in Abend; und sie wendet
sich gegen Aufgang, und geht auf [in Morgen] in dem dritten Tore 31 Morgen,
und geht unter in dem Abend des Himmels.
42. Und an diesem Tage wird verringert die Nacht, und sie wird neun Teile
und der Tag wird neun Teile. Und gleich wird die Nacht mit dem Tage. Und es
wird das Jahr genau 364 Tage.
43. Und die Länge des Tages und der Nacht, und die Kürze des Tages und der
Nacht werden durch diesen Lauf der Sonne verschieden.
44. Wegen dieses ihres Laufes wird verlängert der Tag von dem Tage an, und
die Nacht von der Nacht an genähert.
45. Und dies ist das Gesetz und der Lauf der Sonne und ihre Wende. Wenn sie
sich wendet, so wendet sie sich dahin, wo 60, und geht hervor. Dies ist das
große Licht, welches in Ewigkeit, welches man nennt Sonne in Ewigkeit zu
Ewigkeit.
46. Und die ist das, was hervorgeht, ein großes Licht, welches man nennt
nach seiner Erscheinung, wie befohlen hat der Herr.
47. Und so geht sie aus und ein, und wird nicht verringert, und ruht nicht,
sondern läuft Tag und Nacht in ihrem Wagen, und ihr Licht erleuchtet sieben
Teile von dem Monde, und die Größen Beider sind ein Paar.


Kap. 72, Sect. XIV

1. Und nach diesem Gesetz sah ich ein anderes Gesetz eines kleinen Lichtes,
dessen Name Mond, und seine Kugel wie die Kugel des Himmels.
2. Und seinen Wagen, worin es aufsteigt, weht der Wind fort, und nach Maß
wird ihm gegeben Licht.
3. Und in jedem Monate wird sein Aufgang und sein Untergang verändert, und
seine Tage sind wie die Tage der Sonne. Und wenn gleich geworden ist sein
Licht, so ist sein Licht sieben Teile von dem Licht der Sonne.
4. Und so geht es auf, und sein Anfang ist gegen Morgen.
5. Und an jenem Tage wird es gesehen, und es wird für euch der Anfang des
Mondes 30 Morgen mit der Sonne in dem Tore, aus welchem hervorgeht die
Sonne.
6. Und seine entfernte Hälfte ist sieben Teile und einer; und seine ganze
Kugel ist leer, daß darin kein Licht - außer seinem siebten Teile - von den
14 Teilen seines Lichtes. Und an einem Tage empfängt er einen siebten Teil;
und die Hälfte seines Lichtes wird sein Licht; in den sieben und den sieben
Teilen ist einer; seine Hälfte geht unter mit der Sonne.
7. Und wenn aufgeht die Sonne [so ist in jedem der einzelnen sieben Teile
vollständig seine ganze Finsternis, und in jedem der einzelnen sieben Teile
ist vollständig sein ganzes Licht, im Aufgange und im Untergange], aufgeht
der Mond mit ihr, und nimmt an die Hälfte eines Teiles des Lichtes.
8. Und in jener Nacht, in dem Anfange seines Morgens, vor dem Tage des
Mondes, geht der Mond unter mit der Sonne.
9. Und er ist dunkel in jener Nacht in den sieben und den sieben Teilen und
eines halben, und er geht auf an jenem Tage genau einen siebten Teil, und
geht hervor und weicht ab von dem Aufgange der Sonne.
10. Und er macht leuchtend in seinen übrigen Tagen die sieben und die sieben
Teile.


Kap. 73

1. Und einen anderen Lauf und Gesetz sah ich für ihn, welches in jenem
Gesetze machte der Lauf der Monate. Und alles zeigte mir Uriel, der heilige
Engel, welcher ist der Führer von ihnen allen.
2. Und ihren Stand schrieb ich auf, so wie er ihn mir zeigte.
3. Und ich schrieb auf ihre Monate, so wie sie sind, und das Aussehen ihres
Lichtes, bis erfüllt sind 15 Tage.
4. In einem jeden der einzelnen sieben Teile macht er voll sein ganzes Licht
im Aufgange, und in jedem der einzelnen sieben Teile macht er voll seine
ganze Finsternis im Untergange.
5. Und in bestimmten Monaten geht sein Lauf einzeln, und in zwei geht der
Mond unter mit der Sonne in den zwei Toren, welche in der Mitte sind, in dem
dritten und in dem vierten Tore. Er geht hervor sieben Tage und macht seinen
Kreislauf,
6. und wendet sich wiederum zu dem Tore, woraus hervorgeht die Sonne, und in
diesem macht er voll sein ganzes Licht. Und er weicht ab von der Sonne, und
kommt acht Tage in das sechste Tor, aus welchem hervorgeht die Sonne.
7. Und wenn hervorgeht die Sonne aus dem vierten Tore, geht er hervor sieben
Tage, bis sie hervorgeht aus dem fünften.
8. Und wiederum wendet er sich sieben Tage zu dem vierten Tore, und er macht
voll sein ganzes Licht, und er weicht ab, und kommt durch das erste Tor acht
Tage.
9. Und wiederum wendet er sich sieben Tage zu dem vierten Tore, aus welchem
hervorgeht die Sonne.
10. So sah ich ihren Stand, so wie nach der Ordnung ihrer Monate aufgeht und
untergeht die Sonne.
11. Und zu diesen Tagen werden hinzugefügt in fünf Jahren 30 Tage und kommen
der Sonne zu. Und alle die Tage, welche einem Jahre von diesen fünf Jahren
zukommen, betragen 364 Tage, und es kommen ihr von den Sternen sechs Tage zu
von den fünf Jahren, je sechs, es kommen ihnen zu 30 Tage,
12. und geringer als die Sonne und die Sterne ist der Mond um 30 Tage.
13. Und der Mond läßt kommen die Jahre genau, sie alle, daß ihr Stand in
Ewigkeit weder zuvor eile, noch verziehe um einen Tag, sondern wechseln
lasse das Jahr richtig, genau in je 364 Tagen. Drei Jahre haben die Tage
1092, und fünf Jahre 1820 Tage, so wie sind acht Jahren 2912 Tage.
14. Dem Monde allein kommen zu an Tagen für drei Jahre1062 Tage, und in fünf
Jahren ist er geringer um 50 Tage [denn an seinem Ausgange werden unter 1000
hinzugefügt 62 Tage], und es sind fünf Jahre 1770 Tage, wie dem Monde für
acht Jahre an Tagen 2832 Tage.
15. Denn es sind geringer für acht Jahre seine Tage um 80, und alle Tage,
welche er geringer ist von acht Jahren, sind 80 Tage.
16. Und es erfüllt sich das Jahr richtig, je nach ihrem Imstande und dem
Imstande der Sonne, welche aufgehen aus den Toren, welche aus ihnen aufgeht
und untergeht der Tage 30.


Kap. 74

1. Und Führer der Häupter der Tausende (sind) diejenigen, welche über der
ganzen Schöpfung und über allen Sternen, und mit den Vieren (sind), welche
hinzugefügt werden, und welche nicht getrennt werden von ihrer Stelle, nach
der ganzen Berechnung des Jahres.
2. Und diese bedürfen der vier Tage, welche nicht berechnet sind in der
Berechnung des Jahres.
3. Und ihretwegen, über sie, irren die Menschen sehr; denn diese Lichter
bedürfen in Wahrheit eine Stelle des Weltlaufes, eine in dem ersten Tore,
und eine in dem dritten Tore, und eine in dem vierten, und eine in dem
sechsten Tore.
4. Und es wird vollendet die Genauigkeit des Weltlaufes bei jeder 364ten
Stelle des Weltlaufes. Denn die Zeichen
5. und die Zeiten,
6. und die Jahre,
7. und die Tage zeigte mir Uriel, der Engel, welchen setzte der Herr der
Herrlichkeit, der in Ewigkeit ist, über alle Lichter des Himmels
8. am Himmel und in der Welt, daß sie regierten an der Oberfläche des
Himmels, und erschienen über der Erde, und würden
9. zu Führern des Tages und der Nacht: die Sonne, und den Mond, und die
Sterne, und alle Diener des Himmels, welche ihren Umlauf machen mit allen
Wagen des Himmels.
10. So zeigte zwölf offene Tore Uriel mir für das Umkreisen der Wagen der
Sonne am Himmel, aus welchen hervorgehen die Füße der Sonne.
11. Und von ihnen geht aus Wärme auf die Erde, wenn sie geöffnet werden in
den Zeiten, welche ihnen bestimmt sind, und für die Winde, und für den Geist
des Taues, wenn geöffnet werden in den Zeiten die Öffnungen an den Himmeln
über den Enden.
12. Zwölf Tore sah ich am Himmel an den Enden der Erde, aus welchen
hervorgehen Sonne, und Mond, und Sterne, und alle Werke des Himmels vom
Aufgange und vom Untergange.
13. Und viele Fenster sind geöffnet auf ihrer rechten und auf ihrer linken
Seite.
14. Und eines der Fenster macht zu seiner Zeit heiß die Hitze, wie jene
Tore, aus welchen hervorgehen die Sterne nach ihrem Gesetze, und in welchen
sie untergehen nach ihrer Zahl.
15. Und ich sah die Wagen am Himmel laufen in die Welt oberhalb und
unterhalb jener Tore, in welchen sich wenden die Sterne, welche nicht
untergehen. Und einer ist größer, als sie alle, und dieser geht um die ganze
Welt.


Kap. 75, Sect. XV

1. Und an den Enden der Erde sah ich zwölf Tore geöffnet für alle Winde, aus
welchen hervorgehen die Winde und wehen über die Erde.
2. Drei von ihnen sind geöffnet im Antlitz des Himmels, und drei im
Untergang, und drei zur Rechten des Himmels, und drei zur Linken. Und die
drei ersten sind diejenigen, welche gegen Morgen, und drei gegen
Mitternacht, und drei, hinter denen zur Linken, gegen Mittag, und drei gegen
Abend.
3. Durch vier ihnen gehen hervor Winde des Segens und des Heils. Und aus den
acht übrigen gehen hervor Winde der Züchtigung; wenn sie gesendet werden,
verderben sie die ganze Erde und das Wasser, welches auf derselben, und
alle, welche wohnen auf ihr, und alles, was im Wasser ist und auf der Erde.

Fig. A

4. Und es geht hervor der erste Wind aus jenem der Tore, dessen Name
morgendliches ist, durch das erste Tor gegen Morgen, welches sich gegen
Mittag neigt. Es gehen hervor aus ihm Vernichtung, Dürre und Hitze und
Verderben.
5. Und durch das zweite Tor, das mittlere, geht hervor Klarheit; und es
gehen hervor aus ihm Regen, und Fruchtbarkeit, und Heil, und Tau. Und durch
das dritte Tor, welches gegen Mitternacht, geht hervor Kälte und Dürre.
6. Und nach diesen die Winde in der Richtung des Mittags gehen hervor durch
drei erste Tore; durch das erste Tor von denselben, welches sich neigt gegen
Aufgang, geht hervor Wind der Hitze.
7. Und durch das Tor, bei welchem die Mitte, aus ihm geht hervor angenehmer
Geruch, und Tau, und Regen, und Heil, und Leben.
8. Und durch das dritte Tor, welches gegen Untergang, von ihm geht hervor
Tau, und Regen, und Heuschrecken, und Vernichtung.
9. Und nach diesen die Winde, welche gegen Mitternacht [deren Name Meer],
aus [Toren]. Das siebte Tor, welches nach dem zu, welches sich gegen Mittag
neigt; aus diesem geht hervor Tau und Regen, Heuschrecken und Vernichtung.
Und aus dem mittleren, geraden Tore, aus ihm geht hervor Regen, und Tau, und
Leben, und Heil. Und durch das dritte Tor, welches gegen Untergang, welches
sich neigt gegen Mitternacht, und aus ihm gehen hervor Nebel, und Reif, und
Schnee, und Regen, und Tau, und Heuschrecken.
10. Und nach diesen viertens die Winde, welche gegen Abend. Durch das erste
Tor, welches sich neigt gegen Mitternacht, und von ihm geht hervor Tau, und
Regen, und Reif, und Kälte, und Schnee, und Kühlung; und aus dem mittleren
Tore geht hervor Tau und Regen, Heil und Segen.
11. Und durch das letzte Tor, welches gegen Mittag, aus ihm geht hervor
Dürre, Vernichtung, Glut und Verderben.
12. Und zu Ende sind die zwölf Tore, welche den vier Toren des Himmels.
13. Und alle ihre Gesetze, alle ihre Züchtigung und ihr Heil habe ich dir
gezeigt, mein Sohn Methusalah!


Kap. 76

1. Sie nennen ihn den ersten Wind den morgendlichen, weil er der erste ist.
2. Und sie nennen den zweiten den Süd, weil der Erhabene dort herabsteigt,
und vorzüglich dort herabsteigt der Gepriesene in Ewigkeit.
3. Und der Wind, welcher von Abend, sein Name ist Mangel, weil dort sich
verringern alle Lichter des Himmels und herabsteigen.

Fig. B

4. Und der vierte Wind, dessen Name Nord, ist in drei Teile geteilt; einer
von ihnen ist für die Wohnung des Menschen; und der andere für die Meere des
Wassers, und in den Tälern und im Walde, und in den Flüssen, und im Dunkel
und im Schnee; und der dritte Teil im Garten der Gerechtigkeit.
5. Sieben hohe Berge sah ich, welche höher als alle Berge, die auf der Erde;
und von ihnen geht hervor Reif, und es gehen dahin und vergehen Tage und
Zeiten und Jahre.
6. Sieben Flüsse auf Erden sah ich, größer als alle Flüsse; einer von ihnen
kommt von Abend, in das große Meer ergießt sich sein Wasser.
7. Und andere zwei kommen von Mitternacht zu dem Meere, und es ergießt sich
ihr Wasser in das Erythräische Meer in Aufgang. Und die, welche übrig
bleiben, vier, gehen hervor durch die Höhle von Mitternacht zu ihrem Meere,
dem erythräischen Meere, und zwei ergießen sich in das große Meer, und sie
sagen, dort ist Wüste.
8. Sieben große Inseln sah ich in dem Meere und auf der Erde; zwei auf der
Erde und fünf in dem großen Meere.


Kap. 77

1. Die Namen der Sonne sind so: einer Orjârês und ihr zweiter Tomâs'sa.
2. Und der Mond hat vier Namen; sein erster Name ist Aënjâ, und der zweite
Eblâ; der dritte Bënâsê, und der vierte Erâë.
3. Dies sind die zwei großen Lichter, deren Kugeln wie die Kugel des
Himmels, und die Größen von ihnen sind beide gleich.
4. In der Kugel der Sonne (sind) sieben Teile des Lichtes, welches gegeben
wird in sie von dem Monde. Und nach Maß dringt es ein, bis ausgegangen ist
ein siebter Teil der Sonne. Und sie gehen unter und kommen in die Tore des
Abends, und gehen herum durch Mitternacht und durch die Tore des Aufganges
gehen sie hervor über die Oberfläche des Himmels.
5. Und wenn sich erhebt der Mond, so erscheint er am Himmel, und die Hälfte
eines siebten Teils des Lichtes ist in ihm.
6. Und in 14 wird voll sein ganzes Licht.
7. Und drei Fünftel des Lichts dringen ein in ihn, bis in 15 voll ist sein
Licht nach dem Zeichen des Jahres, und er wird drei Fünftel.
8. Und es wird der Mond durch die Hälfte eines siebten Teiles.
9. Und bei seinem Abnehmen an dem ersten Tage verringert sich um den 14ten
Teil sein Licht, und an dem zweiten verringert es sich um den13ten Teil, und
am dritten verringert es sich um den zwölften Teil, und an dem vierten
verringert es sich um den elften Teil, und an dem fünften verringert es sich
um den zehnten Teil, und an dem sechsten verringert es sich um den neunten
Teil, und an dem siebten verringert es sich um den achten Teil, und an dem
achten verringert es sich um den siebten Teil, und an dem neunten verringert
es sich um den sechsten Teil, und an dem zehnten verringert es sich um den
fünften Teil, und an dem elften verringert es sich um den vierten, und an
dem zwölften verringert es sich [um den dritten Teil, und an dem 13ten Tage
verringert es sich] um den zweiten Teil, und an dem 14ten verringert es sich
um die Hälfte eines siebten Teiles, und sein ganzes Licht an dem 15ten Tage
ist zu Ende, was übrig war von allem.
10.Und in bestimmten Monaten werden 29 Tage dem Monde.
11. Und in ihm ist eine Zeit, wo 28.
12. Und eine andere Anordnung zeigte mir Uriel, wenn Licht gebracht wird in
den Mond, und woher es gebracht wird aus der Sonne.
13. Die ganze Zeit, welche der Mond fortschreitet in seinem Lichte, tritt er
vor die Sonne, bis in 14 Tagen voll wird sein Licht am Himmel.
14. Und wenn zu Ende ist alles, so hört auf sein Licht am Himmel, und der
erste Tag wird Neumond genannt; denn an diesem Tage wird gebracht über ihn
Licht.
15. Und er wird voll genau an dem Tage, wo herabsteigt die Sonne in den
Abend, und von Aufgang her er aufsteigt in der Nacht,
16. und es leuchtet der Mond in der ganzen Nacht, bis die Sonne aufgeht vor
ihm, und es wird gesehen der Mond vor der Sonne.
17. Und wo kommt Licht zu dem Monde, von da verringert es sich wiederum, bis
verschwunden ist sein ganzes Licht und vergehen die Tage des Mondes,
18. und es bleibt seine Kugel leer, ohne Licht.
19. Und drei Monate macht er zu 30 Tagen in seiner Zeit, und drei Monate
macht er, jeden einzelnen zu 29 Tagen, in welchen er macht seine
Verringerung, in seiner ersten Zeit und in dem ersten Tore, in 177 Tagen.
20. Und zu der Zeit seines Ausganges erscheint er drei Monate je in [30
Tagen, und drei Monate erscheint er je in] 29 Tagen.
21. In der Nacht erscheint er je in 20, wie ein Mann, und am Tage wie
Himmel; denn etwas anderes ist nicht in ihm außer sein Licht.


Kap. 78

1. Und nun, mein Sohn Methusalah, habe ich dir gezeigt alles, und vollendet
ist die ganze Ordnung der Sterne des Himmels.
2. Und er zeigte mir alle ihre Ordnungen, welche an allen Tagen und in jeder
Zeit, welche unter jeder Macht, und in jedem Jahre, und zwar in seinem
Ausgange und in seinem Gesetz, in jedem Monate und in allen Wochen, und die
Verringerung des Mondes, welche bewirkt wird im sechsten Tore - denn in
diesem sechsten Tore geht zu Ende sein Licht,
3. und von ihm ist der Anfang des Mondes - und seine Verringerung, welche
bewirkt wird im ersten Tore in seiner Zeit, bis zu Ende sind 177 Tage, nach
der Ordnung von Wochen 25, und 2 Tage,
4. und welcher geringer ist als die Sonne, nach der Ordnung der Sterne,
genau um fünf Tage in Einer Zeit,
5. und wenn zu Ende ist jene Stelle, welche du siehst. So (ist) das Bild und
die Gestalt von jedem Lichte, welches mir zeigte Uriel, der große Engel,
welcher ihr Führer ist.


Kap. 79

1. Und in jenen Tagen antwortete mir Uriel und sagte zu mir: "Siehe ich habe
dir gezeigt alles, o Henoch!
2. Und alles offenbarte ich dir, Du siehst jene Sonne, und jenen Mond und
diejenigen, welche führen die Sterne des Himmels, und alle die, welche
verursachen ihre Wirkung und ihre Zeiten und ihren Ausgang.
3. Und in den Tagen der Sünder werden die Winter verkürzt werden,
4. und ihr Same wird nicht sein lässig in ihrer Erde und auf ihren Triften,
und jedes Werk, was auf der Erde, wird umgekehrt und nicht gesehen werden zu
seiner Zeit, und der Regen wird zurückgehalten werden und der Himmel still
stehen.
5. Und in jenen Zeiten wird die Frucht der Erde lässig sein, und nicht
sprossen in ihrer Zeit, und die Frucht des Baumes wird zurückgehalten werden
in ihrer Zeit.
6. Und der Mond wird verändern seine Ordnung, und nicht gesehen werden zu
seiner Zeit. Und in jenen Tagen wird gesehen werden der Himmel, und
Unfruchtbarkeit wird statt finden in den Grenzen der großen Wagen in Abend,
und er wird leuchten mehr als die Ordnung des Lichtes, und es werden irren
viele Häupter der Sterne der Macht, und diese werden umkehren ihre Wege und
Werke.
7. Und es werden nicht erscheinen zu ihrer Zeit diejenigen, welche ihnen
befehlen, und alle Ordnungen der Sterne werden verschlossen werden über den
Sündern.
8. Und die Gedanken derjenigen, welche wohnen auf Erden, werden irren über
sie, und sie werden abgewendet werden von allen ihren Wegen,
9. und sie werden irren und sie halten für Götter, und es wird groß werden
über ihnen das Elend.
10. Und Strafe wird kommen über sie, auf daß er sie vernichte, sie alle."


Kap.80

1. Und er sagte zu mir: "O Henoch, betrachte das Buch, welches
herabtröpfelte der Himmel, und lies das, was geschrieben ist darin, und
vernimm jedes Einzelne."
2. Und ich betrachtete alles in dem Getröpfel des Himmels, und las alles,
was geschrieben war, und vernahm alles, und las das Buch, und alles was
geschrieben war darin, und alle Werke des Menschenkinder
3. und aller Kinder des Fleisches, welche auf der Erde, bis zur Wiedergeburt
der Welt.
4. Hierauf sogleich pries ich den Herrn, den König der Herrlichkeit, wie er
gemacht hat das ganze Werk der Welt.
5. Und ich rühmte den Herrn wegen seiner Geduld und seines Segens über die
Kinder der Welt.
6. Und zu der Zeit sprach ich: "Gesegnet ist der Mann, welcher stirbt
gerecht und gut, und über welchen ein Verzeichnis von Unrecht gar nicht
geschrieben, und an welchem nicht gefunden worden ist Verbrechen!"
7. Und jene 3 Heilige brachten mich nahe, und setzten mich auf die Erde vor
die Tür meines Hauses.
8. Und sie sagten zu mir: "Zeige alles dem Methusalah, deinem Sohn, und
zeige alles deinen Kindern, daß nicht gerechtfertigt werden wird alles, was
Fleisch ist, vor dem Herrn; denn er ist ihr Schöpfer.
9. Ein Jahr werden wir dich lassen bei deinen Kindern, bis du wieder kräftig
bist, auf daß du belehrst deine Kinder, und schreibst für sie, und
verkündigst allen deinen Kindern. Und in dem anderen Jahre werden sie dich
nehmen aus ihrer Mitte, und sich stärken wird dein Herz. Denn die Guten
werden den Guten bekannt machen die Gerechtigkeit, der Gerechte wird mit dem
Gerechten sich freuen, und sie werden bekennen unter einander, und der
Sünder wird mit dem Sünder sterben,
10. und der Verkehrte wird mit dem Verkehrten ersäuft werden.
11. Und diejenigen, welche gerecht handeln, werden sterben wegen der Werke
der Menschen, und werden versammelt werden wegen der Werke der Gottlosen."
12. Und in jenen Tagen hörten sie auf, sich zu unterreden mit mir,
13. und ich kam zu meinen Nebenmenschen, indem ich pries den Herrn der
Welten.


Kap. 81

1. "Und nun, mein Sohn Methusalah, alles dieses sage ich dir, und schreibe
ich für dich, und alles offenbarte ich dir, und ich gab dir die Bücher von
allem diesem.
2. Bewahre, mein Sohn Methusalah, die Bücher von der Hand deines Vaters, und
daß du sie gebest den Geschlechtern der Welt.
3. Weisheit habe ich gegeben dir und deinen Kindern, und denen, welche dir
sein werden als Kinder, damit sei ihren Kindern, und auf Geschlecht zu
Geschlecht bis in Ewigkeit, diese Weisheit über ihre Gedanken. Und nicht
schlafen werden diejenigen, welche sie verstehen, und hören mit ihrem Ohr,
damit sie lernen diese Weisheit und würdig werden der Speisen, welche gut
denen, die (sie) essen.
4. Gesegnet sind alle Gerechten, gesegnet alle, welche wandeln auf dem Wege
der Gerechtigkeit, und an welchen nicht ist Sünde gleich den Sündern, bei
der Zählung aller ihre Tage!"
5. Anlangend das Gehen der Sonne am Himmel: durch die Pforten geht sie ein
und aus 30 Tage, mit den Häuptern von 1000 jener Ordnungen der Sterne, mit
den vier, welche hinzugefügt werden, und trennen die vier Teile des Jahres,
welche sie führen, und mit ihnen kommen vier Tage.
6. Ihretwegen irren die Menschen sehr, und berechnen sie nicht in der
Rechnung jedes Weltlaufes; denn sie irren sehr über sie, und nicht zeigen
sie die Menschen genau an. Denn sie sind in der Rechnung des Weltlaufes [des
Jahres], und wahrlich sind diese eingefügt für immer, einer in dem ersten
Tore, und einer in dem dritten, und einer in dem vierten, und einer in dem
sechsten.
7. Und es wird vollendet das Jahr in 364.
8. Und wahrlich richtig ist die Stelle und genau die Berechnung dessen, was
eingefügt ist. Denn die Lichter, und die Monate, die bestimmten Zeiten, die
Jahre und die Tage zeigte mir und hauchte über mich Uriel, welchen
befehligte für mich der Herr aller Schöpfung der Welt nach der Macht des
Himmels und der Herrschaft in ihm über Tag und über Nacht, zu zeigen das
Licht über den Menschen, die Sonne, den Mond und die Sterne und alle Mächte
des Himmels, welche sich umdrehen mit ihren Kugeln.
9. Und dies sind die Ordnungen der Sterne, welche untergehen in ihren Orten
und in ihren Zeiten, und in ihren bestimmten Tagen, und in ihren Monaten;
10. und dies sind die Namen derjenigen, welche sie führen, derjenigen,
welche wachen und kommen in ihren Zeiten, und in ihren Ordnungen und in
ihren Perioden, und in ihren Monaten, und in ihren Herrschaften, und in
ihren Orten:
11. Vier Führer derselben kommen zuerst, welche trennen die vier Teile des
Jahres, und nach ihnen 12 Führer derjenigen Ordnungen, welche teilen die
Monate und das Jahr in 364, mit den Häuptern von 1000, welche scheiden die
Tage, auch die 4, welche hinzugefügt werden unter sie, deren Führer trennen
die 4 Abteilungen der Jahre.
12. Und diese Häupter von 1000 sind in der Mitte der Führer, und der
Führenden, - hinzugefügt wird einer nach der Stelle, - und ihre Führer
trennen. Und dies sind die Namen der Führer, welche trennen die vier
Abteilungen des Jahres, welche verordnet sind: Melkeêl, Helemmêlêk,
13. Mêl'êjal und Nârêl;
14. und die Namen derjenigen, welche sie führen: Adnâr'êl, Ijasusâêl und
Ijelumiêl.
15. Dies sind die drei, welche folgen nach den Führern der Ordnungen, und
einer folgt nach den drei Führern der Ordnungen, welche folgen nach jenen
Führern der Stellen, welche trennen die vier Teile des Jahres.
16. In dem ersten des Jahres geht zuerst auf und regiert Melk'jâl, welcher
auch genannt wird Tamaâ und Sonne (Zahaj),
17. und alle Tage, welche in seiner Macht, welche er regiert, sind 91 Tage.
18. Und dieses sind die Zeichen der Tage; welche gesehen werden auf Erden in
den Tagen seiner Macht: Schweiß und Hitze und Sorge. Und alle Bäume bringen
Frucht, das Laub geht hervor an jedem Baume, und der Honig des Weizens, und
die Blume der Rose und alle Blumen blühen auf dem Felde, und die Bäume des
Winters werden trocken.
19. Und diese sind die Namen der Führer, welche unter ihnen: Berk'êl,
Zêlb'sâêl, und ein anderes hinzugefügtes Haupt von 1000, dessen Name
Hêlojâsêf. Und zu Ende sind die Tage der Macht jenes anderen Führers,
welcher nach ihnen, Helemmêlêk, welchem sie zurufen seinen Namen: glänzende
Sonne (Zahaj),
20. und alle Tage seines Lichtes sind 91 Tage.
21. Und dies sind die Zeichen der Tage, welche auf der Erde: Hitze und
Dürre, und die Bäume bringen hervor ihre Frucht, erhitzt und gekocht, und
geben ihre Frucht, daß sie trockne.
22. Und die Herden sind folgsam und empfangen. Und sie sammeln alle Früchte
der Erde, und alles, was ist auf den Äckern, und die Kelter des Weins wird
gekeltert. Und dies ist in den Tagen seiner Macht.
23. Und dies sind ihre Namen und ihre Ordnungen und ihre Führer, welche
unter denen, welche Häupter (sind) von Tausend: Gêdâêl und Kêêl und Hêêl.
24. Und der Name dessen, welcher hinzugefügt ist zu ihnen, des Führers von
1000, (ist) Asph'êl.
25. Und zu Ende sind die Tage seiner Macht.


Kap. 82, Sect. XVI

1. Und nun habe ich dir gezeigt, mein Sohn Methusalah, alle Gesichte, welche
ich sah vor dir. Ich will erzählen. Zwei Gesichte sah ich, ehe ich nahm ein
Weib, und das eine von ihnen ist nicht gleich dem anderen,
2. das erste, als ich lernte Schrift, und das andere, ehe ich nahm deine
Mutter. Ich sah mächtige Gesichte,
3. und ihretwegen flehte ich zu dem Herrn.
4. Ich ruhte in dem Hause Malâleêl's, meines Großvaters; ich sah in einem
Gesicht, der Himmel wurde gereinigt und hinweggenommen.
5. Und ich fiel auf die Erde; und als ich fiel auf die Erde, sah ich die
Erde, daß sie verschlungen wurde in einen großen Abgrund, und Berge hingen
über Bergen,
6. und Hügel sanken auf Hügel, und hohe Bäume wurden abgehauen von ihren
Stämmen, und wurden hinabgeworfen, und sanken in den Abgrund.
7. Und deshalb fiel nieder das Wort in meinem Munde, und ich erhob ein
Geschrei und sprach: "vernichtet ist die Erde!" Und Malaleel, mein
Großvater, richtete mich auf, als ich ihm zugerufen hatte, und sprach zu
mir: "Warum schreist du so mein Sohn? und warum wehklagst du so?"
8. Und ich erzählte ihm das ganze Gesicht, welches ich gesehen hatte, und er
sagte zu mir: "Schweres sahst du, mein Sohn!
9. und mächtig ist das Gesicht deines Traumes von allen geheimen Sünden der
Erde; und hinabgestürzt wird sie in die Abgründe und geht unter im großen
Untergange.
10. Und nun, mein Sohn, erhebe dich und flehe zu dem Herrn der
Herrlichkeit, - denn du bist treu, - daß übrig bleibe ein Rest auf Erden,
und daß er nicht verderbe die ganze Erde. Mein Sohn, vom Himmel geschieht
alles dieses auf Erden, und auf Erden wird sein ein großer Untergang."
11. Und alsdann erhob ich mich, und betete, und flehte, und mein Gebet
schrieb ich auf für die Geschlechter der Welt. und alles zeigte ich dir,
mein Sohn Methusalah!
12. Und als ich herausging unten, und sah den Himmel und die Sonne
hervorgehen von Morgen, und den Mond herabsteigen gegen Abend, und einzelne
Sterne und die ganze Erde, und alles, was er gekannt hat vom Anfange: pries
ich den Herrn des Gerichts, und ihm legte ich Größe bei; denn er läßt
hervorgehen die Sonne aus den Fenstern des Aufganges, und sie steigt und
geht auf unter dem Antlitze des Himmels, und erhebt sich und geht den Weg,
welcher ausersehen ist derselben.


Kap. 83

1. Und ich erhob meine Hände in Gerechtigkeit und pries den Heiligen und
Großen. Und ich sprach mit dem Atem meines Mundes und mit der Zunge des
Fleisches, welche gemacht hat Gott den Kindern des Fleisches, den Menschen,
auf daß sie redeten damit - und er begabte sie mit Atem, und Zunge und Mund,
auf daß sie redeten damit -:
2. "Gepriesen seist du, o Herr, König, und groß und mächtig in deiner Größe,
o Herr aller Geschöpfe des Himmels, König der Könige, und Gott der ganzen
Welt, und dein Reich, und dein Königtum, und deine Größe bleibt in Ewigkeit
und in Ewigkeit und zu Ewigkeit,
3. und für alle Geschlechter zu Geschlecht ist deine Herrschaft, und alle
Himmel sind dein Thron in Ewigkeit, und die ganze Erde der Schemel deiner
Füße in Ewigkeit und in Ewigkeit und zu Ewigkeit.
4. Denn du hast gemacht, und du regierst alles, und nicht ist zu schwer dir
ein Werk, auch nicht eines [auch nicht eines]. Weisheit geht nicht von dir,
und wendet sich nicht von dem Sitze deines Thrones, und nicht von deinem
Angesicht, und du, alles weißt und siehst und hörst du, und nichts ist, was
verborgen wäre vor dir; denn alle siehst du.
5. Und nun die Engel deiner Himmel haben gesündigt, und auf dem Fleisch von
Menschen wird sein dein Zorn bis zu dem Tage des großen Gerichts.
6. Und nun, o Gott, Herr und großer König, flehe ich und bitte ich, zu
gewähren mir meine Bitte, daß du übrig lassest mir Nachkommenschaft auf der
Erde, und nicht verderbest alles Fleisch von Menschen,
7. und nicht entblößest die Erde, und nicht Untergang sei in Ewigkeit.
8. Und nun, mein Herr, vertilge von der Erde das Fleisch, welches dich
erzürnt hat, und das Fleisch der Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit
befestige zur Pflanze des Samens in Ewigkeit. Und verbirg nicht dein
Angesicht vor dem Gebet deines Knechtes, o Herr!"


Kap. 84, Sect. XVII

1. "Und hierauf sah ich einen anderen Traum, und ganz zeigte ich ihn dir,
mein Sohn!" Und es erhob sich Henoch und sprach zu seinem Sohn Methusalah:
"Zu dir will ich reden, mein Sohn! Höre mein Wort und neige dein Ohr zu dem
Gesicht des Traumes deines Vaters. Ehe ich nahm deine Mutter Edna, sah ich
in einem Gesicht auf meinem Lager,
2. und siehe! hervorging ein Stier aus der Erde,
3. und dieser Stier war weiß.
4. Und nach ihm ging hervor Ein weibliches Rind, und mit ihm ging hervor ein
Paar Rinder; und eins von ihnen war schwarz und eins rot.
5. Und es schlug jenes schwarze Rind das rote, und verfolgte es auf der
Erde.
6. Und ich konnte von da an nicht sehen dieses rote Rind, aber jenes
schwarze Rind wurde alt, und es kam mit ihm ein weibliches Rind.
7. Und ich sah, daß von ihm hervorkamen viele Stiere, ihm gleichend und
nachfolgend ihm.
8. Und jene Kuh, jene erste, ging aus von dem Angesicht jenes ersten
Stieres, suchte jenes rote Rind, und fand es nicht,
9. und es wehklagte hierauf eine große Wehklage, und suchte dasselbe.
10. Und ich sah, bis kam jener erste Stier nachmals, und machte sie still,
und von dieser Zeit an schrie sie nicht mehr.
11. Und hierauf gebar sie einen anderen weißen Stier,
12. und nach ihm gebar sie viele Stiere und schwarze Kühe.
13. Und ich sah in diesem meinem Schlafe einen weißen Farren, und so wuchs
er und wurde ein großer weißer Farr;
14. und von ihm gingen hervor viele weiße Stiere und glichen ihm,
15. und fingen an zu zeugen viele weiße Stiere, und welche ihnen glichen,
und folgten einer dem andern.


Kap. 85

1. Und wiederum sah ich mit meinen Augen, während ich schlief, und ich sah
den Himmel oben.
2. Und siehe! Ein Stern fiel vom Himmel,
3. und er erhob sich und aß, und weidete unter jenen Stieren.
4. Und hierauf sah ich große und schwarze Stiere, und siehe! sie alle
veränderten ihre Hürden und Weiden; und ihre Rinder, und sie fingen an
wehzuklagen eins nach dem andern. Und wiederum sah ich in dem Gesicht und
blickte zum Himmel, und siehe! ich sah viele Sterne, und sie stiegen herab
und stürzten sich vom Himmel zu jenem ersten Stern,
5. zwischen jene Rinder; und die Stiere waren mit ihnen, und sie weideten in
ihrer Mitte.
6. Und ich blickte nach ihnen und sah sie, und siehe! sie brachten heraus
ihre Scham gleich der der Rosse, und fingen an zu steigen auf die Kühe der
Stiere; und sie wurden alle trächtig, und gebaren Elefanten, Kamele und
Esel.
7. Und alle Stiere fürchteten sie und erschraken vor ihnen; und sie fingen
an zu beißen mit ihren Zähnen, und zu verschlucken und zu stoßen mit ihren
Hörnern.
8. Und sie fingen ferner an zu verschlingen jene Stiere, und siehe! alle
Kinder der Erde fingen an zu zittern und zu erbeben vor ihnen, und
flüchteten sich.


Kap. 86

1. Und wiederum sah ich sie, und sie fingen an zu stoßen einer den andern,
und zu verschlucken einer den andern; und die Erde fing an zu schreien. Und
ich erhob meine Augen wiederum zum Himmel, und sah in dem Gesicht, und
siehe! heraus gingen aus dem Himmel wie Gestalten weißer Menschen. Und Einer
ging heraus von jenem Orte und drei mit ihm.
2. Und diese drei, welche herausgingen zuletzt, faßten mich bei meiner Hand,
und nahmen mich von dem Geschlechte der Erde, und hoben mich auf einen hohen
Ort.
3. Und sie zeigten mit einen hohen Turm von der Erde, und es wurden kleiner
alle Hügel. Und sie sagten mir: "Bleibe hier, bis du siehst alles, was
kommen wird über jene Elefanten und Kamele und Esel, und über die Sterne und
über alle Stiere."


Kap. 87

1. [Und ich sah] Einen von jenen vier, welche herausgegangen waren zuvor,
2. und er ergriff jenen ersten Stern; welcher herabfiel vom Himmel;
3. und er band ihn an seinen Händen und seinen Füßen, und er warf ihn in
eine Tiefe, und diese Tiefe war eng und tief, und grausend und düster.
4. Und einer von ihnen zog sein Schwert, und gab es jenen Elefanten, und
Kamelen und Eseln, und es fing an zu schlagen einer den andern. Und die
ganze Erde erbebte unter ihnen.
5. Und als ich sah in dem Gesicht, und siehe! da fuhr einer von jenen vier,
welche herausgekommen waren, vom Himmel herab, sammelte und nahm alle
diejenigen großen Sterne, deren Scham wie die Scham der Rosse, und band sie
alle an ihren Händen und an ihren Füßen, und warf sie in die Spalten der
Erde.


Kap. 88

1. Und einer von jenen Vieren ging zu den weißen Stieren, und lehrte sie ein
Geheimnis, während zitterten jene Stiere. Geboren wurde und entstand ein
Mensch, und der baute sich ein großes Hohl, und es wurde eine Decke über
sie.
2. Und ich erhob wiederum meine Augen gen Himmel und sah ein hohes Dach, und
sieben Wasserstürze über ihm, und diese sieben Wasserstürze ergossen in
einen Hof viel Wasser.
3. Und ich sah wiederum und siehe! Quellen öffneten sich auf der Erde in
jenem großen Hofe.
4. Und es fing jenes Wasser an aufzuwallen, und sich zu erheben über die
Erde, und nicht ließ es sehen jenen Hof, während sein ganzer Boden bedeckt
war mit Wasser.
5. Und groß war über ihm das Wasser, und Finsternis und Nebel. Und ich sah
an die Höhe dieses Wassers, und es überragte dieses Wasser die Höhe jenes
Hofes.
6. Und es überströmte die Höhe des Hofes und stand über der Erde.
7. Und alle die Stiere, welche sich in diesem Hofe versammelt hatten, so
lange ich sie sah, gingen unter und wurden verschlungen und vernichtet durch
dieses Wasser.
8. Und jenes Hohl schwamm auf dem Wasser. Und alle Stiere, und Elefanten,
und Kamele und Esel sanken unter auf der Erde, und alles Vieh. Und nicht
konnte ich sie mehr sehen. Und sie vermochten nicht herauszugehen, sondern
sie gingen unter und sanken in die Tiefe.
9. Und wiederum sah ich in dem Gesicht, bis jene Wasserstürze zurückwichen
von jenem hohen Dache, und er die Quellen der Erde bedrohte. Und andere
Tiefen wurden geöffnet,
10. und es fing das Wasser an hinabzusteigen in dieselben, bis erschien der
Erdboden.
11. Und jenes Hohl blieb auf der Erde, und es wich die Finsternis zurück,
und es wurde Licht.
12. Und jener weiße Stier, welcher Mensch war, ging heraus aus jenem Hohl
und die drei Stiere mit ihm.
13. Und es war der eine von den drei Stieren, ähnlich jenem Stiere, und eine
von ihnen rot wie Blut und einer schwarz. Und jener weiße Stier ging hinweg
von ihnen.
14. Und sie fingen an zu gebären die Tiere des Feldes und die Vögel.
15. Und es geschah von ihnen allen eine Versammlung der Geschlechter: Löwen,
und Tiger, und Hunde, und Wölfe, und wilde Eber, und Füchse, und Kaninchen,
und Schweine,
16. und Siset, und Geier, und Weihe, und Fonkâs, und Raben.
17. Und es wurde geboren in ihrer Mitte ein weißer Stier.
18. Und sie fingen sich an zu beißen unter einander, eines das andere, und
jener weiße Stier, welcher geboren war in ihrer Mitte, zeugte einen wilden
Esel und einen weißen Stier mit ihm, und viele wilde Esel. Und jener weiße
Stier, welcher gezeugt worden war von ihm, zeugte einen schwarzen wilden
Eber und ein weißes Schaf.
19. Und jener wilde Eber zeugte viele Schweine,
20. und jenes Schaf gebar zwölf Schafe.
21. Und als erwachsen waren jene zwölf Schafe, übergaben sie eines von ihnen
den Eseln.
22. Und jene Esel wiederum übergaben jenes Schaf den Wölfen.
23. Und es wuchs jenes Schaf inmitten der Wölfe.
24. Und der Herr brachte die elf Schafe, damit sie wohnten bei ihm und
weideten inmitten der Wölfe.
25. Und sie mehrten sich und es war viel Weide der Schafe.
26. Und die Wölfe fingen an sie zu schrecken und sie zu bedrücken, während
sie vernichteten ihre Jungen.
27. Und sie warfen ihre Jungen in einen Strom von vielem Wasser.
28. Und jene Schafe fingen an zu schreien wegen ihrer Jungen, und sich zu
flüchten zu ihrem Herrn. Und ein Schaf, welches entging den Wölfen, entwich
und ging zu den wilden Eseln.
29. Und ich sah die Schafe wehklagen, und schreien und bitten ihren Herrn
30. mit aller ihrer Kraft, bis herabstieg jener Herr der Schafe auf den Ruf
der Schafe von hoher Wohnung, und zu ihnen ging und nach ihnen sah.
31. Und er rief jenes Schaf, welches sich heimlich entzogen hatte den
Wölfen, und sprach zu ihm von den Wölfen, kund zu tun ihnen, daß sie nicht
anrührten die Schafe.
32. Und es ging das Schaf zu den Wölfen mit dem Worte des Herrn, und ein
anderes Schaf begegnete ihm und ging mit ihm.
33. Und es kamen beide zusammen in die Wohnung jener Wölfe, und redeten mit
ihnen, und taten ihnen kund, daß sie fortan nicht anrühren sollten die
Schafe.
34. Und hierauf sah ich die Wölfe, und wie sie sehr hart waren gegen die
Schafe mit aller ihrer Kraft. Und die Schafe schrien und ihr Herr kam zu den
Schafen.
35. Und er fing an zu schlagen jene Wölfe, und die Wölfe fingen an zu
wehklagen, aber die Schafe wurden still und von da an schrien sie nicht
(mehr).
36. Und ich sah die Schafe, bis sie ausgingen von den Wölfen. Und die
Wölfe - geblendet waren ihre Augen, und es gingen aus, indem sie folgten den
Schafen, jene Wölfe mit aller ihrer Macht. Und der Herr der Schafe ging mit
ihnen, indem er sie führte,
37. und alle seine Schafe folgten ihm;
38. und sein Antlitz (war) glänzend, und furchtbar und herrlich sein
Anblick. Doch die Wölfe fingen an nachzufolgen jenen Schafen, bis sie sie
erreichten an einem Wassersee.
39. Und dieser Wassersee wich zurück, und es stand das Wasser nach hierhin
und nach dorthin vor ihrem Angesicht.
40. Und ihr Herr, während er sie führte, stellte sich zwischen sie und
zwischen die Wölfe.
41. Und überdies sahen jene Wölfe die Schafe nicht, und gingen mitten in den
Wassersee, und die Wölfe folgten den Schafen, und es liefen hinter ihnen her
jene Wölfe in den Wassersee.
42. Und als sie den Herrn der Schafe sahen, wendeten sie sich, um zu fliehen
vor seinem Angesicht.
43. Und jener Wassersee wendete sich wiederum, und es geschah zufolge seiner
Natur schnell, und es ging das Wasser und stieg, bis es bedeckte jene Wölfe.
Und ich sah bis umkamen alle die Wölfe, welche verfolgt hatten jene Schafe,
und ersäuft wurden.
44. Aber die Schafe gingen weiter von diesem Wasser, und zogen aus zu einer
Wüste, worin nicht Wasser und Gras war. Und sie fingen an zu öffnen ihre
Augen und zu sehen.
45. Und ich sah den Herrn der Schafe nach ihnen sehen und ihnen geben Wasser
und Gras,
46. und jenes Schaf, während es ging und sie leitete.
47. Und es stieg dieses Schaf hinauf auf die Spitze jenes hohen Felsens, und
der Herr der Schafe schickte es zu ihnen.
48. Und darnach sah ich den Herrn der Schafe, welcher stand vor ihnen, und
sein Anblick war furchtbar und streng.
49. Und alle jene Schafe sahen ihn und fürchteten sich vor seinem Antlitz.
50. Und alle diese fürchteten sich und zitterten vor ihm, und sie schrien
alle nach jenem Schafe bei ihm, welches hatte das andere Schaf, welcher war
in ihrer Mitte: "denn wir vermögen nicht [zu stehen] vor unserem Herrn oder
ihn anzublicken."
51. Und es kehrte zurück jenes Schaf, welches sie führte, und stieg auf die
Spitze jenes Felsens,
52. und die Schafe fingen an zu verblenden ihre Augen, und abzuweichen von
dem Pfade, welchen jenes Schaf ihnen gezeigt hatte; (aber) es erfuhr nichts.
53. Und der Herr der Schafe ward zornig über sie in großem Zorn, und jenes
Schaf erfuhr's,
54. und stieg herab von der Spitze des Felsens, und kam zu den Schafen, und
fand eine Menge von ihnen,
55. denen verblendet die Augen,
56. und die abgewichen waren von seinem Pfade. Und als sie es sahen,
fürchteten sie sich und zitterten vor seinem Antlitz,
57. und verlangten zurückzukehren zu ihrer Hürde.
58. Und dieses Schaf nahm mit sich andere Schafe, und kam zu denjenigen
Schafen, welche abgewichen waren;
59. und hierauf fing es an sie zu töten, und die Schafe fürchteten sich vor
seinem Antlitz. Alsdann hieß es diejenigen, welche abgewichen waren,
zurückzukehren; sie gingen zurück zu ihren Hürden.
60. Und ich sah dort in meinem Gesicht, bis dieses Schaf ein Mann wurde, ein
Haus baute dem Herrn der Schafe, und alle Schafe hinstellte in dieses Haus.
61. Und ich sah, bis sich niederlegte das Schaf, welches getroffen hatte
jenes Schaf, den Führer der Schafe. Und ich sah, bis umkamen alle große
Schafe, und kleine erhoben sich an ihrer Stelle, und sie kamen zu einer
Weide und nahten sich einem Wasserstrome.
62. Und jenes Schaf, welches sie geführt hatte, welches ein Mann geworden,
wurde von ihnen getrennt und legte sich nieder.
63. Und alle Schafe suchten es und schrien über dasselbe ein großes
Geschrei,
64. und ich sah, bis sie aufhörten zu schreien nach jenem Schafe und gingen
über den Wasserfluß,
65. und es erhoben sich alle die Schafe, welche sie führten, die Pflanze
derjenigen, welche sich niedergelegt und sie geführt hatten.
66. Und ich sah jene Schafe, bis sie kamen an einen guten Ort und in ein
reizendes und gepriesenes Land.
67. Und ich sah jene Schafe, bis sie gesättigt wurden, und es war ein Haus
in ihrer Mitte in dem reizenden Lande, und es gab (Zeiten), wo geöffnet
waren ihre Augen, und es gab (Zeiten), wo man sie verblendete, bis sich
erhob ein anderes Schaf und sie führte. Und alle Schafe [brachte es zurück]
und geöffnet wurden ihre Augen.
68. Und es fingen an die Hunde, und die Füchse und die Waldschweine zu
verschlingen jene Schafe, bis sich erhob ein anderes Schaf als Herr der
Schafe, eins von ihnen, ein Widder, welcher sie führte. Und dieser Widder
fing an zu stoßen hierhin und dorthin diese Hunde, und Füchse und wilden
Schweine, bis er sie alle umbrachte.
69 Und jenes Schaf - geöffnet wurden seine Augen und es sah jenen Widder,
inmitten der Schafe, welcher verließ seinen Ruhm,
70. und anfing zu stoßen jene Schafe, sie zu treten und einherzugehen ohne
Würde.
71. Und der Herr der Schafe sendete das Schaf zu einem andern, und erhob es
als Widder, zu führen die Schafe statt jenes Schafes, welches verlassen
hatte seinen Ruhm.
72. Und es ging zu ihm, und redete mit ihm allein, und erhob jenen Widder,
und machte ihn zum Herzog und Führer der Schafe. Und immerfort bedrängten
jene Hunde die Schafe.
73. Und der erste Widder verfolgte diesen letzteren Widder.
74. Und es erhob sich dieser letztere Widder und floh hinweg von seinem
Angesicht. Und ich sah, bis zu Falle brachten jene Hunde den ersten Widder.
75. Und es erhob sich jener letztere Widder und führte die kleinen Schafe.
76. Und jener Widder zeugte viele Schafe und legte sich nieder.
77. Und ein kleines Schaf wurde Widder an seiner Statt, und wurde Herzog und
Führer jener Schafe.
78. Und es wuchsen und vermehrten sich jene Schafe.
79. Und alle jene Hunde und Füchse und wilden Schweine fürchteten sich und
flohen vor ihm.
80. Und jener Widder schlug und tötete alles Wild, und nichts vermochte
wiederum jenes Wild inmitten der Schafe, auch raubte es niemals etwas von
ihnen.
81. Und jenes Haus wurde groß und weit; und erbaut wurde durch jene Schafe
ein hoher Turm auf jenem Hause für den Herrn der Schafe.
82. Und niedrig war jenes Haus, aber der Turm war erhaben und sehr hoch.
83. Und der Herr der Schafe stand über jenem Turm, und einen vollen Tisch
brachten sie vor ihn.
84. Und ich sah wiederum, jene Schafe, daß sie wiederum abwichen, und sie
gingen viele Wege, und verließen dies ihr Haus,
85. und der Herr der Schafe rief (einige) aus der Mitte der Schafe und
sendete sie zu den Schafen.
86. Aber die Schafe fingen an sie zu töten. Und eins von ihnen rettete sich
und wurde nicht getötet, und entsprang und schrie über die Schafe, und sie
wünschten es zu töten.
87. Und der Herr der Schafe errettete es aus der Hand der Schafe, und ließ
es heraufsteigen zu mir und (dort) bleiben.
88. Und viele andere Schafe schickte er zu jenen Schafen, Zeugnis abzulegen
und zu klagen über sie.
89. Und hierauf sah ich, als sie verließen das Haus des Herrn der Schafe und
den Turm wegen alles ihres Abweichens und verblendeten ihre Augen,
90. und ich sah den Herrn der Schafe, daß er machte eine große Niederlage
unter ihnen je auf ihrer Weide, bis schrien zu ihm jene Schafe ob dieser
Niederlage, und er gab preis seinen Ort und ließ sie in der Hand der Löwen,
und der Tiger, und der Wölfe, und der Hand der Füchse und aller Tiere des
Feldes.
91. Und es fingen diese Tiere des Feldes an zu zerreißen jene Schafe.
92. Und ich sah, daß er verließ jenes Haus derselben und ihren Turm, und sie
alle gab in die Hand der Löwen, sie zu zerreißen und zu verschlingen, in die
Hände aller Tiere.
93. Und ich fing an zu schreien mit aller meiner Kraft, und rief an den
Herrn der Schafe, und machte ihm Anzeige über die Schafe, weil sie
verschlungen wurden von allen Tieren des Feldes.
94. Und er schwieg, indem er (es) sah, und freute sich, weil sie
verschlungen und verschluckt und hinweggeschafft wurden, und er ließ sie in
der Hand aller Tiere zur Speise. Und er rief 70 Hirten, und überließ ihnen
jene Schafe, auf daß sie sähen nach ihnen.
95. Und er sprach zu den Hirten und zu ihren Dienern: "jeder Einzelne von
euch sehe fortan nach den Schafen, und alles, was ich euch befehlen werde,
tut; und ich übergebe (sie) euch nach der Zahl.
96. Und ich will euch sagen, welcher umgebracht werden wird von ihnen, und
sie bringt um." Und er übergab ihnen jene Schafe.
97. Und einen anderen rief er und sagte ihm: "Vernimm und siehe alles, was
tun werden die Hirten an diesen Schafen; denn sie werden umbringen aus ihrer
Mitte mehr als ich ihnen befohlen habe.
98. Und alles Übermaß und Umbringen, welches begehen werden die Hirten, -
geschrieben werde es, wie viele sie umbrachten nach meinem Befehl, und wie
viele sie umbrachten nach ihrem Kopfe.
99. Und alles Umbringen des einzelnen Hirten - geschrieben werde darüber,
und nach der Zahl lies mir vor, und wie viele sie umbrachten nach ihrem
Kopfe, und wie viele sie dahingaben zum Umbringen, auf daß mir sei dieses
Zeugnis über sie, auf daß ich kenne alles Tun der Hirten, daß ich sie
hingebe und sehe, was sie tun, ob sie handeln nach meinem Befehle, wie ich
ihnen befohlen habe, oder nicht.
100. Und kein Einsehen werden sie haben, und nicht sollst du sie sehend
machen, noch sie zurechtweisen; aber verzeichnet werde alles Umbringen der
Hirten, eines jeden in seiner Zeit, und bring herauf zu mir alles." Und ich
sah, bis daß jene Hirten Aufsicht hatten in ihrer Zeit. Und sie fingen an zu
töten und umzubringen viele über ihren Befehl,
101. und sie ließen jene Schafe in der Hand der Löwen. Und es verschlangen
und verschluckten den größten Teil der Schafe Löwen und Tiger, und wilde
Eber verschlangen mit ihnen. Und sie verbrannten jenen Turm und untergruben
jenes Haus der Schafe.
103. Und hierauf vermochte ich nicht zu sehen jenes Haus.
104. Und die Hirten und ihre Diener gaben jene Schafe hin allen Tieren, auf
daß sie sie verschlangen; und jedes einzelne von ihnen in seiner Zeit und
Zahl wurde hingegeben. Und jeden Einzelnen von ihnen mit dem anderen
verzeichnete er in einem Buche, wie viele er umbrachte von ihnen, mit dem
anderen, in einem Buche.
105. Und mehr als ihnen befohlen war, tötete je der Einzelne und brachte er
um.
106. Und ich fing an zu weinen, und war gar sehr erzürnt wegen der Schafe.
107. Und so sah ich in dem Gesicht ihn, welcher schrieb, wie er aufschrieb
den Einzelnen, welcher umgebracht war von jenen Hirten an jedem Tage; und er
stieg hinauf, und blieb und zeigte sein ganzes Buch dem Herrn der Schafe,
alles, was sie getan hatten, und alle, welche jeder hinwegschaffte von
ihnen,
108. und alles, was sie dahin gegeben hatten zum Umbringen.
109. Und das Buch wurde gelesen vor dem Herrn der Schafe, und er nahm das
Buch in seine Hand, und las es, und versiegelte es und legte es hin.
110. Und hierauf sah ich, daß Aufsicht führen Hirten zwölf Stunden lang.
111. Und siehe! drei von jenen Schafen kehrten um und traten ein, und fingen
an zu bauen alles, was verfallen war von jenem Hause.
112. Und die Eber des Feldes hinderten sie und vermochten nichts.
113. Und sie fingen an wiederum zu bauen, wie zuvor, und richteten auf jenen
Turm, und man nannte den Turm hoch.
114. Und sie fingen an wiederum zu setzen vor den Turm eine Tisch, und alles
Brot, welches darauf, war unsauber und nicht rein;
115. und über alles waren dieser Schafe Augen verblendet und sie sahen
nicht, und auch ihre Hirten wie sie.
116. Und sie gaben auch die Hirten hin zum Umbringen in Menge, und mit ihren
Füßen zertraten sie die Schafe und verschlangen sie.
117. Und der Herr der Schafe schwieg, bis vermindert waren alle Schafe auf
dem Felde, und sie vermischten sich mit ihnen, und retteten sie nicht aus
der Hand der Tiere.
118. Und jener, welcher schrieb das Buch, brachte es hinauf, und zeigte es
und las in den Wohnungen des Herrn der Schafe, und bat ihn ihretwegen und
betete, indem er anzeigte jede Tat der Hirten, und zeugte vor ihm gegen alle
Hirten. Und er nahm, legte hin bei ihm das Buch, und ging hinaus.


Kap. 89

1. Und ich sah bis zu der Zeit, daß auf solche Weise Aufsicht führten 37
Hirten, und sie endeten alle in ihrer Zeit, wie die ersten. Und andere
erhielten sie in ihre Hände, daß sie Aufsicht führten über sie je in ihrer
Zeit, alle Hirten je in ihrer Zeit.
2. Und darauf sah ich in dem Gesicht: alle Vögel des Himmels kamen, Adler
und Geier, und Weihen und Raben. Und die Adler leiteten sie alle.
3. Und sie fingen an zu verschlingen jene Schafe, und auszuhacken ihre Augen
und zu verschlingen ihre Leiber.
4. Und die Schafe schrien, weil verschlungen wurden ihre Leiber von den
Vögeln.
5. Und ich schrie und seufzte in meinem Schlafe gegen jenen Hirten, welcher
beaufsichtigte die Schafe.
6. Und ich sah, bis verschlungen wurden jene Schafe von den Hunden, und von
den Adlern und von den Weihen. Und sie ließen ihnen durchaus nicht den Leib,
noch die Haut, noch Muskeln, bis dastanden allein ihre Gebeine, und ihre
Gebeine fielen auf die Erde. Und vermindert wurden die Schafe.
7. Und ich sah, bis eine Zeit lang Aufsicht führten 23 Hirten, und sie
erfüllten, je in ihrer Zeit, 58 Zeiten.
8. Und kleine Lämmer wurden geboren von jenen weißen Schafen, und sie fingen
an, ihre Augen zu öffnen und zu sehen, und zu schreien zu den Schafen.
9. Und die Schafe schrien nicht nach ihnen, und nicht hörten sie, was sie
sagten, sondern waren gewaltig taub, und verblendet ihre Augen gewaltig und
mächtig.
10. Und ich sah in dem Gesicht Raben herabfliegen auf jene Lämmer;
11. und sie nahmen eins von diesen Lämmern, und zermalmten die Schafe und
verschlangen sie.
12. Und ich sah, bis hervorgingen Hörner an jenen Lämmern, und die Raben
suchten herabzuwerfen ihre Hörner.
13. Und ich sah, bis hervorsproßte ein großes Horn, eines von jenen Schafen,
und geöffnet wurden ihre Augen.
14. Und es sah nach ihnen; und es taten sich auf ihre Augen, und es schrie
zu den Schafen.
15. Und die Ochsen sahen es, und es liefen sie alle zu ihm.
16. Und trotz dessen brachten alle jene Adler, und Geier, und Raben und
Weihen bis jetzt um die Schafe, und flogen auf sie herab und verschlangen
sie. Die Schafe aber wurden still, und die Ochsen wehklagten und schrien.
17. Und jene Raben stritten und kämpften mit ihm.
18. Und sie schauten sich um, zu entfernen sein Horn, und sie besiegten ihn
nicht.
19. Und ich blickte auf sie, bis kamen die Hirten, und die Adler, und jene
Geier und Weihen;
20. und sie schrien zu den Raben, daß sie zerbrächen das Horn jenes Ochsen,
und sie haderten mit ihm und stritten. Und er kämpfte mit ihnen, und schrie,
daß ihm käme seine Hülfe.
21. Und ich sah, bis kam jener Mann, welcher aufschrieb die Namen der Hirten
und hinaufbrachte vor den Herrn der Schafe.
22. Und dieser half ihm, und ließ Jeden sehen, (daß) er herabstieg als Hilfe
des Ochsen.
23. Und ich sah, bis kam zu ihnen jener Herr der Schafe im Zorn; und
diejenigen, welche ihn sahen, sie alle flohen. Und es fielen nieder alle in
seinem Zelte vor seinem Angesicht; alle Adler, und Geier, und Raben, und
Weihen versammelten und brachten mit sich alle Schafe des Feldes.
24. Und es kamen sie alle zusammen, und bestrebten sich zu zerbrechen jenes
Horn des Ochsen.
25.Und ich sah den Mann, welcher schrieb das Buch nach dem Wort des Herrn,
bis er öffnete jenes Buch des Umbringens, was hatten umbringen lassen diese
letzten zwölf Hirten, und er zeigte, daß sie mehr als die vor ihnen
umgebracht hatten, vor dem Herrn der Schafe.
26. Und ich sah, bis kam zu ihnen der Herr der Schafe, und nahm in seine
Hand den Stecken seines Zorns und schlug die Erde, und es zerriß die Erde,
und alle Tiere und Vögel des Himmels fielen von jenen Schafen herab und
sanken in die Erde, und sie überdeckte sie.
27. Und ich sah, bis gegeben wurde den Schafen ein großes Schwert, und es
gingen aus die Schafe gegen diese Tiere des Feldes, sie zu töten,
28. und alle Tiere und Vögel des Himmels flohen hinweg aus ihrem Antlitz.
29. Und ich sah, bis ein Thron aufgerichtet wurde in einem reizenden Lande.
30. Und es saß auf demselben der Herr der Schafe, und nahm alle versiegelten
Bücher;
31. und er öffnete diese Bücher vor dem Herrn der Schafe.
32. Und es rief der Herr jene sieben erste Weiße, und befahl, daß sie
brächten vor ihn von den Sternen den ersten, welcher voranging jenen
Sternen, deren Scham gleich der Scham der Rosse, und den ersten Stern,
welcher zuerst herabfiel; und sie brachten sie alle vor ihn.
33. und er sprach zu jenem Manne, welcher schrieb vor ihm, welcher war einer
von den sieben Weißen, und er sprach zu ihm: "Nimm jene 70 Hirten, welchen
ich übergab die Schafe, und welche nach ihrer Übernahme mehr töteten, als
die, welche ich ihnen befohlen hatte." Und siehe! sie alle gebunden sah ich,
und sie standen vor ihm alle. Und das Gericht geschah zuerst über die
Sterne, und sie wurden gerichtet und waren schuldig befunden, und gingen zu
dem Orte des Gerichts. Und sie stießen sie in eine Tiefe, und sie war voll
Feuers und brennend und voller Säulen von Feuer. Und jene 70 Hirten wurden
gerichtet, und waren schuldig befunden, und hinabgestoßen wurden sie in jene
Untiefe des Feuers.
35. Und sie brachten jene verblendeten Schafe, und sie wurden gerichtet alle
und schuldig befunden, und hinabgestoßen in die Tiefe des Feuers [auf der
Erde] und verbrannt.
36. Und diese Untiefe war zur Rechten jenes Hauses.
37. Und ich sah jene Schafe, indem sie brannten und ihre Gebeine brannten,
38. Und ich stand und sah, bis er versenkte jenes alte Haus, und sie
brachten heraus alle Säulen, jede Pflanze und das Elfenbein dieses Hauses,
worein gehüllt seine Gebilde, und sie brachten es heraus und legten es an
Einen Ort zur Rechten der Erde.
39. Und ich sah den Herrn der Schafe, bis er hervorbrachte ein neues Haus,
und größer und höher als jenes erste, und er stellte es an den Ort des
ersten, welches eingehüllt worden war. Und alle seine Säulen waren neu, und
sein Elfenbein neu und stärker als das erste alte, welches er herausgebracht
hatte,
40. und [der Herr der Schafe] in seiner Mitte. Und [ich sah] alle Schafe,
welche übrig geblieben waren; und alles Vieh, welches auf der Erde, und alle
Vögel des Himmels fielen nieder und warfen sich hin vor diesen Schafen, und
flehten zu ihnen und hörten auf sie in allem Worte.
41. Und darauf brachten jene Drei, welche weiß gekleidet waren, und mich
gefaßt hatten bei meiner Hand, diejenigen, welche mich zuvor hatten
hinaufsteigen lassen, - und die Hand dessen, welcher sprach, hielt mich,-
mich hinauf und setzten mich in die Mitte jener Schafe, ehe statt fand das
Gericht.
42. Und diese Schafe waren alle weiß und ihre Wolle groß und rein. Und alle,
welche umgebracht und vernichtet worden waren, und alle Tiere des Feldes und
alle Vögel des Himmels wandten sich zurück zu diesem Hause, und der Herr der
Schafe freute sich mit großer Freude, weil sie alle gut waren und
zurückkehrten zu dem Hause.
43. Und ich sah, bis sie niederlegten jenes Schwert, welches gegeben worden
war den Schafen, und sie brachten es zurück in das Haus, und versiegelten es
vor dem Angesichte des Herrn.
44. Und alle Schafe wurden eingeschlossen in diesem Hause, und es faßte sie
nicht, und die Augen aller wurden geöffnet, und sie sahen den Guten, und
nicht Einer, welcher ihn nicht schaute, war unter ihnen.
45. Und ich sah, daß dieses Haus groß war, und weit und voll gar sehr. Und
ich sah, daß geboren wurde ein weißes Rind, und seine Hörner waren groß, und
alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels fürchteten es, und flehten
zu ihm zu aller Zeit.
46. Und ich sah, bis verändert wurden alle Geschlechter derselben, und sie
wurden alle zu weißen Rindern.
47. Und das erste in ihrer Mitte wurde zum Worte, und dieses Wort wurde zu
einem großen Tiere, und an ihm, auf seinem Kopfe, waren große schwarze
Hörner.
48. Und der Herr der Schafe freute sich über sie und über alle Rinder.
49. Und ich ruhte in ihrer Mitte, und erwachte und sah das alles. Und dies
ist das Gesicht, welches ich sah, indem ich schlief. Und ich erwachte, und
pries den Herrn der Gerechtigkeit und ihm gab ich die Ehre.
50. Und hierauf weinte ich ein großes Weinen, und meine Träne stand nicht
(still), bis ich nicht vermochte es zu ertragen, wenn ich sie sähe
herabsteigen wegen dessen, was ich gesehen hatte. Denn alles wird kommen und
erfüllt werden. Und alles in jedem einzelnen Teile des Handeln der Menschen
wurde mir gezeigt.
51. Und in jener Nacht erinnerte ich mich meines ersteren Traumes, und
deshalb weinte ich und war bestürzt, weil ich gesehen hatte jenes Gesicht.


Kap. 90, Sect. XVIII

1. "Und nun, mein Sohn Methusalah, rufe zu mir alle deine Brüder, und
versammle zu mir alle Kinder deiner Mutter; denn eine Stimme ruft mich, und
der Geist ist ausgegossen über mich, auf daß ich euch zeige alles, was euch
begegnen wird bis in Ewigkeit."
2. Und von ihm ging Methusalah und rief alle seine Brüder zu ihm, und
versammelte seine Verwandten.
3. und er sprach zu allen seinen Kindern trefflich,
4. und sagte: "Hört, meine Kinder, jedes Wort eures Vaters, und vernehmt
gebührend die Stimme meines Mundes; denn ich werde euch hören lassen und zu
euch reden. Meine Lieben! liebt Rechtschaffenheit, und in ihr wandelt.
5. Und naht euch nicht der Rechtschaffenheit mit zwiefachem Herzen, und
verbindet euch nicht mit denen, welche zwiefachen Herzens, sondern wandelt
in Gerechtigkeit, meine Kinder, und sie wird euch führen auf guten Wegen,
und Gerechtigkeit wird euch sein Begleiterin.
6. Denn ich weiß, daß stark werden wird der Zustand der Bedrückung auf der
Erde, und es wird vollendet werden große Strafe auf der Erde, und es wird zu
Ende kommen alle Ungerechtigkeit, und abgeschnitten werden von ihren
Wurzeln, und jedes Gebäude wird vergehen. Und wiederholen wird sich abermals
die Ungerechtigkeit, und das Werk der Bedrückung und Vergehen zum zweiten
Male.
7. Und wenn zunehmen wird Ungerechtigkeit, und Sünde, und Gotteslästerung,
und Bedrückung, und jedes (böse) Werk, und zunehmen wird Übertretung,
Vergehen und Unreinigkeit, (dann) wird große Strafe sein vom Himmel über
alle diese.
[8. Und hervorgehen wird der heilige Herr in Zorn, und über sie alle wird
große Strafe vom Himmel verhängt werden ].
9. Und hervorgehen wird der heilige Herr in Zorn und mit Strafe, auf daß er
Gericht halte auf der Erde.
10. Und in jenen Tagen wird abgeschnitten werden die Bedrückung von ihren
Wurzeln, und die Wurzeln der Ungerechtigkeit samt dem Betruge werden
ausgerottet werden unter dem Himmel.
11. Und alles wird hingegeben werden mit den Völkern; der Turm wird in Feuer
verbrennen, und sie werden sie herausbringen von der ganzen Erde, und sie
werden geworfen werden in ein Gericht des Feuers, und sie werden umkommen in
Zorn, und durch ein hartes Gericht, welches für die Ewigkeit.
12. Und erheben wird sich der Gerechte aus dem Schlummer, und erheben wird
sich die Weisheit und ihnen gegeben werden.
13. Und alsdann werden abgeschnitten werden die Wurzeln der Ungerechtigkeit,
und die Sünder umkommen durch das Schwert, von den Gotteslästerern werden
sie abgeschnitten werden an jedem Orte.
14. Und diejenigen, welche auf Bedrückung sinnen, und diejenigen, welche
übten Gotteslästerung, werden umgebracht werden durch das Schwert.
15. Und nun, meine Kinder, will ich euch sagen und euch zeigen die Wege der
Gerechtigkeit und die Wege der Bedrückung.
16. Und ich will sie euch zeigen wiederum, auf daß ihr wisset, was kommen
wird.
17. Und nun hört, meine Kinder, und geht auf dem Wege der Gerechtigkeit, und
geht nicht auf dem Wege der Bedrückung; denn umkommen werden in Ewigkeit
alle diejenigen, welche gehen werden auf dem Wege der Ungerechtigkeit."


Kap. 91, Sect. XIX

1. "Was geschrieben wurde von Henoch dem Schreiber, diese ganze Lehre der
Weisheit von jedem gerühmten Manne, und dem Richter der ganzen Erde, (ist)
für alle meine Kinder, welche wohnen werden auf der Erde, und für die
nachfolgenden Geschlechter, welche wirken werden Rechtschaffenheit und
Frieden.
2. Nicht möge sich bekümmern euer Geist wegen der Zeiten; denn Tage hat
gegeben der Heilige, der Große Allem.
3. Und es wird sich erheben der Gerechte, aus dem Schlummer wird er sich
erheben und wandeln auf dem Wege der Gerechtigkeit; und alle seine Wege und
seine Gänge (sind) in Güte und in ewiger Gnade. Gnädig wird er sein dem
Gerechten, wird geben Rechtschaffenheit für ewig und geben Macht. Und er
wird sein in Güte und in Gerechtigkeit, und wird wandeln im ewigen Licht.
Und die Sünde wird in Finsternis untergehen für ewig, und daher nicht
gesehen werden von jenem Tage an bis in Ewigkeit."


Kap. 92

1. Und hierauf geschah es, daß Henoch anfing zu berichten aus Büchern.
2. Und es sprach Henoch: "Von den Kindern der Gerechtigkeit, und von den
Auserwählten der Welt und von der Pflanze der Gerechtigkeit und
Rechtschaffenheit:
3. Dieses will ich zu euch sprechen und euch anzeigen, meine Kinder, ich,
der da Henoch, nach dem, was mir erschienen ist. Von meinem himmlischen
Gesicht und von der Stimme der heiligen Engel habe ich Kenntnis erlangt, und
von dem Getröpfel des Himmels habe ich Einsicht empfangen."
4. Und es fing also Henoch an zu berichten aus Büchern und sagte: "Ich bin
am siebenten geboren in der ersten Woche, solange als Gericht und
Gerechtigkeit langmütig waren.
5. Und es wird sich erheben nach mir, in der zweiten Woche, große Bosheit
und Betrug schießt auf;
6. und in derselben wird sein das erste Ende, und in derselben wird
unversehrt sein ein Mann.
7. Erfüllte sie sich, so wird wachsen die Ungerechtigkeit, und den Beschluß
wird er ausführen an den Sündern.
8. Und hierauf, in der dritten Woche, in ihrer Erfüllung, wird ausgewählt
werden ein Mann zur Pflanze des Gerichts der Gerechtigkeit, und nach ihm
wird kommen die Pflanze der Gerechtigkeit für ewig.
9. Und hierauf, in der vierten Woche, in ihrer Erfüllung, werden Gesichte
der Heiligen und der Gerechten gesehen werden, und Verordnungen für
Geschlecht zu Geschlecht, und Wohnung wird gemacht werden für sie. Und
hierauf, in der fünften Woche, in ihrer Erfüllung, wird das Haus des Ruhms
und der Herrschaft aufgerichtet werden bis in Ewigkeit.
10. Und hierauf, in der sechsten Woche, werden diejenigen, welche in
derselben sind, verfinstert sein allzumal, und vergessen wird das Herz von
ihnen allen die Weisheit, und in ihr wird auftreten ein Mann.
11. Und in ihrer Erfüllung wird verbrennen das Haus der Herrschaft im Feuer,
und in derselben werden sie zerstreuen das ganze Geschlecht der auserwählten
Wurzel.
12. Und hierauf, in der siebenten Woche, wird sich erheben ein verkehrtes
Geschlecht, und viel wird sein seiner Taten, und alle seine Taten verkehrt;
und in ihrer Erfüllung werden belohnt werden die Gerechten, die Auserwählten
von der Pflanze der ewigen Gerechtigkeit, sie, denen gegeben werden wird
siebenfache Belehrung für seine ganze Schöpfung.
13. Und hierauf wird sein eine andere Woche, die achte, die der
Gerechtigkeit; und es wird ihr gegeben werden ein Schwert, auf daß geschehe
das Gericht und Gerechtigkeit gegen alle, welche bedrückten.
14. Und es werden übergeben werden die Sünder in die Hände der Gerechten,
und in ihrer Erfüllung werden sie erlangen Häuser von ihrer Gerechtigkeit,
und es wird erbaut werden das Haus des großen Königs [zum Preise] bis in
Ewigkeit. Und hierauf in der neunten Woche, in ihr wird das Gericht der
Gerechtigkeit offenbart werden der ganzen Welt.
15. Und alle Werke der Gottlosen werden verschwinden von der ganzen Erde
hinweg; und es wird bestimmt werden zur Zerstörung der Welt, und alle
Menschen werden schauen nach dem Wege der Rechtschaffenheit.
16. Und nach diesem in der zehnten Woche, im siebten Teile, in demselben
(ist) das Gericht, welches für die Ewigkeit und wird gehalten werden gegen
die Wächter, und ein Himmel, welcher für die Ewigkeit, ein großer, welcher
hervorsproßt aus der Mitte der Engel.
17. Und der frühere Himmel, - er wird hinwegkommen und vergehen, und ein
neuer Himmel wird sich zeigen, und alle himmlischen Mächte werden leuchten
in Ewigkeit siebenfach. Und hierauf werden viele Wochen, deren keine Zahl in
Ewigkeit, in Güte und in Gerechtigkeit sein.
18. Und Sünde wird von da an nicht erwähnt bis in Ewigkeit.
19. Denn wer ist unter allen Kindern der Menschen, der hören könnte die
Stimme des Heiligen und nicht bewegt wird?
20. Und wer ist, der denken könnte seine Gedanken? Und wer ist, der schauen
könnte das ganze Werk des schönen Himmels? Und wer ist, der einsehen könnte
das Werk des Himmels?
21. Und mag er sehen seine Belebung, doch nicht seinen Geist, und kann er
reden (davon), doch nicht hinaufsteigen, und sähe er alle Flügel derselben
und bedächte sie, so wird er doch nichts machen ihnen gleich.
22. Und wer ist unter allen Menschen, welcher könnte erkennen, wie ist die
Breite und Länge der Erde?
23. Und wem ist gezeigt worden die Größe von allem diesem? Und ist es jeder
Mann, welcher könnte erkennen die Länge des Himmels, und wie seine Höhe ist,
und worüber seine Befestigung,
24. und wie groß die Zahl der Sterne ist, und wo ruhen alle Lichter?"


Kap. 93

1. "Und nun will ich euch sagen, meine Kinder, liebt Gerechtigkeit und in
ihr wandelt; denn die Pfade der Gerechtigkeit sind würdig, genommen zu
werden, und die Pfade der Ungerechtigkeit werden plötzlich vernichtet werden
und sich mindern,
2. Und Männern, erkannt vom Geschlecht, werden offenbart werden die Wege der
Bedrückung und des Todes, und sie werden sich fern halten von ihnen und
ihnen nicht folgen.
3. Und nun auch zu euch spreche ich, zu den Gerechten: "Geht nicht auf dem
Weg des Bösen und der Bedrückung, und nicht auf den Wegen des Todes, und
naht euch ihnen nicht, auf daß ihr nicht umkommt, sondern begehrt
4. und erwählt euch Gerechtigkeit und ein wohlgefälliges Leben.
5. Und geht auf den Wegen des Friedens, auf daß ihr lebt und würdig seid,
und behaltet in dem Gedanken eueres Herzens und vertilgt nicht mein Wort aus
euerem Herzen; denn ich weiß, daß veranlassen werden die Sünder den Menschen
zu volbringen boshafte List. Und jeder Ort wird nicht entgegen kommen
derselben, noch jeder Rat gemindert werden."
6. Wehe denjenigen, welche aufbauen Ungerechtigkeit und Bedrückung, und
begründen Betrug; denn plötzlich werden sie gestürzt werden, und ihnen wird
kein Friede!
7. Wehe denjenigen, welche aufbauen ihre Häuser mit Sünde; denn all ihr
Grund wird ein gestürzt werden, und durch das Schwert werden sie fallen! Und
diejenigen, welche besitzen Gold und Silber, - im Gericht werden sie
plötzlich umkommen. Wehe euch Reichen! Denn auf euren Reichtum habt ihr
vertraut; aber aus euerem Reichtum werdet ihr herausgehen, weil ihr des
Erhabenen nicht gedacht habt in den Ragen eueres Reichtums, [ihr werdet
herausgehen, weil ihr nicht gedacht habt des Erhabenen in den Tagen eures
Reichtums].
8. Ihr habt begangen Gotteslästerung und Ungerechtigkeit, und bereitet seid
ihr für den Tag des Blutvergießens und für den Tag der Finsternis, und für
den Tag des großen Gerichts.
9. So spreche ich und zeige euch an, daß euch verderben wird er, welcher
euch geschaffen hat.
10. Und über eueren Fall wird nicht sein Mitleid, und euer Schöpfer wird
sich freuen über eueren Untergang.
11. Und euere Gerechten in jenen Tagen werden sein zur Schmach den Sündern
und den Gottlosen.


Kap. 94

1. Wer gibt meinen Augen, daß sie würden zur Wasserwolke, und ich weinte
über euch und ließ fließen meine Träne wie eine Wasserwolke, und ruhte von
der Betrübnis meines Herzens.
2. Wer hat euch gestattet zu üben Haß und Bosheit? Und erreichen wird euch,
die Sünder, das Gericht,
3. Nicht fürchten werden sich die Gerechten vor den Sündern; denn wiederum
wird sie bringen der Allherrscher in eure Hand, auf daß ihr übt an ihnen
Gericht nach eurem Gefallen.
4. Wehe euch, die ihr verflucht in Flüchen, daß ihr nicht löst; und Heilung
ist fern von Euch wegen eurer Sünde. Wehe euch, die ihr lohnt Böses eurem
Nächsten; denn ihr werdet belohnt werden nach euren Werken.
5. Wehe euch, ihr Zeugen der Lüge, und denen, welche entsprechen der
Ungerechtigkeit; denn plötzlich werdet ihr umkommen.
6. Wehe euch, den Sündern; denn die Gerechten vertreibt ihr, denn ihr nehmt
auf und vertreibt die der Ungerechtigkeit, und es wird über euch stark sein
ihr Joch.


Kap. 95

1. Hofft, ihr Gerechten; denn plötzlich werden vernichtet werden die Sünder
vor euch, und Herrschaft wird euch sein über sie nach euerem Gefallen.
2. Und an dem Tage der Not der Sünder werden erhöht und erhoben werden, wie
Adler, eure Nachkommen. Und höher, als des Geiers wird sein euer Nest, und
ihr werdet hinaufsteigen und eingehen in die Höhlen der Erde und in die
Spalten der Felsen in Ewigkeit, wie Kaninchen, von den Ungerechten hinweg;
3. und sie werden seufzen über euch und weinen gleich Sirenen.
4. Und ihr werdet nicht fürchten diejenigen, welche euch verletzten; denn
Heilung wird euch sein, und ein glänzendes Licht wird euch leuchten, und die
Stimme der Ruhe werdet ihr hören vom Himmel. Wehe euch, ihr Sünder! denn
euer Reichtum macht euch gleich den Gerechten, aber euer Herz wird euch
vorwerfen, daß ihr Sünder seid. Und dieses Wort wird sein gegen euch ein
Zeuge, zur Erinnerung an die Bosheit.
5. Wehe euch, die ihr verschlingt das Fett des Weizens und trinkt die Kraft
der Wurzel der Quelle, und tretet nieder den Demütigen in euerer Kraft.
6. Wehe euch, die ihr trinkt Wasser zu jeder Zeit; denn plötzlich wird euch
vergolten werden, und ihr werdet vernichtet werden und verdorren, weil ihr
vergaßet die Quelle des Lebens.
7. Wehe euch, die ihr übt Ungerechtigkeit, und Betrug, und Gotteslästerung!
Erinnerung wird sein über euch für das Böse.
8. Wehe euch, ihr Mächtigen, die ihr mit Macht niederschlagt Gerechtigkeit;
denn kommen wird der Tag eurer Vernichtung. In jenen Tagen werden kommen die
Gerechten viele und gute Tage, an dem Tage eueres Gerichts.


Kap. 96

1. Es vertrauen die Gerechten; denn zu Schanden werden die Sünder, und sie
werden umkommen an dem Tage der Ungerechtigkeit.
2. Kund sein wird es euch; denn der Erhabene wird sich erinnern an euren
Untergang, und freuen werden sich die Engel über euren Untergang. Was werdet
ihr tun, ihr, die ihr Sünder seid, und wohin werdet ihr fliehen an jenem
Tage des Gerichts, wenn ihr hören werdet die Stimme des Gebetes der
Gerechten?
3. Und ihr werdet nicht sein wie sie, sondern Zeuge wird sein gegen euch
dieses Wort: "Genossen waret ihr den Sündern."
4. Und in jenen Tagen werden gelangen die Gebete der Gerechten zu dem Herrn,
und zu euch die Tage eures Gerichts, und erwähnt werden wird jedes Wort
eurer Ungerechtigkeit vor dem Großen und Heiligen.
5. Und beschämt sein wird euer Antlitz, und verworfen werden jede Tat,
welche stark ist in Ungerechtigkeit.
6. Wehe euch, o Sünder, ihr in der Mitte des Meeres und auf dem Trockenen,
deren Bericht böse ist über euch! Wehe euch, die ihr in Besitz nahmt Silber
und Gold, welches nicht wurde in Gerechtigkeit, und sprecht: "Reich sind wir
an Reichtum, und es wurde uns Wohlstand, und wir haben in Besitz genommen
alles, was wir wünschten;
7. und nun wollen wir tun, was wir dachten; denn Silber haben wir zusammen
gebracht, und angefüllt unsere Scheuern, und gleich vielem Wasser die
Landbebauer unserer Häuser."
8. Und wie Wasser wird zerfließen euere Lüge; denn nicht wird euch bleiben
der Reichtum, sondern plötzlich aufsteigen von euch, weil ihr euch alles in
Ungerechtigkeit zueignetet, und ihr werdet starker Verfluchung dahin gegeben
werden.
9. Und nun beschwöre ich euch, die Klugen und die Toren, weil ihr viel
hinschaut auf die Erde, und weil ihr Schmuck ausbreitet über euch, ihr
Männer, mehr als eine Jungfrau, in Erhabenheit, in Hoheit, in Größe und in
Macht, und in Silber. Aber Gold, und Purpur, und Ehre und Reichtum werden
wie Wasser verfließen.
10. Deshalb ist Lehre und Weisheit nicht in ihnen, und dadurch werden sie
umkommen zugleich mit ihren Gütern, und mit aller ihrer Pracht und ihrer
Ehre,
11. und in Schmach, und in Tötung und in großer Armut wird ihr Geist
geworfen werden in einen Ofen des Feuers.
12. Ich habe euch geschworen, o Sünder, daß nicht geworden ist der Berg zum
Knechte, und nicht sein wird und nicht ist der Hügel zum Weibe.
13. In einem Jahre ist auch solchermaßen die Sünde nicht gesendet worden auf
die Erde, sondern die Menschen haben sie aus ihrem Kopfe geschaffen, und
starker Verfluchung werden zu Teil diejenigen, welche sie tun;
14. und Unfruchtbarkeit ist dem Weibe nicht gegeben worden, sondern wegen
des Werkes ihrer Hände wird sie sterben kinderlos.
15. Ich beschwor euch, o Sünder, bei dem Heiligen und Großen; denn alle
euere böse Tat ist offenbar in den Himmeln, und nicht ist in euch eine Tat
der Bedrückung verborgen und nicht geheim.
16. Und meint nicht in eurem Geiste, und sprecht nicht in eurem Herzen:
"denn sie wurden nicht bemerkt, und nicht werden sie sehen alle Sünde." Im
Himmel schreibt man das, was ist, an jedem Tage auf vor dem Erhabenen. Von
nun an sind sie bemerkt; denn alle eure Bedrückung, womit ihr bedrückt,
schreibt man auf an jedem Tage bis zu dem Tage eueres Gerichts.
17. Wehe euch, o Toren; denn ihr werdet umkommen in euerer Torheit, und auch
die Weisen hört ihr nicht, und Gutes wird euch nicht treffen.
18. Und nun wisset, daß ihr bestimmt seid dem Tage des Unterganges, und
hofft nicht, daß leben werden die Sünder, sondern hingehen und sterben, weil
ihr nicht wisset das Lösegeld.
19. Denn ihr seid bestimmt für den Tag des großen Gerichts, und für den Tag
der Trübsal und großen Schmach für euren Geist.
20. Wehe euch, Verstockte des Herzens, die ihr tut Böses und esset Blut!
Woher esset ihr Gutes und trinkt und werdet satt? Weil von allem Guten,
welches reichlich geschenkt hat unser Herr der Erhabene, auf der Erde (ist).
Und nicht wird euch Friede.
21. Wehe euch, die ihr liebt die Taten der Ungerechtigkeit! Warum hofft ihr
für euch auf Gutes? Wisset, daß ihr werdet gegeben werden in die Hand der
Gerechten, und sie werden abschneiden euere Hälse, und euch töten, und kein
Mitleiden haben gegen euch.
22. Wehe euch, die ihr Freude habt an der Trübsal der Gerechten; denn ein
Grab wird nicht gegraben werden für euch.
23. Wehe euch, die ihr vereitelt das Wort der Gerechten; denn nicht wird
euch sein Hoffnung des Lebens.
24. Wehe euch, die ihr schreibt das Wort der Lüge, und das Wort der
Gottlosen; denn sie schreiben ihre Lüge, damit sie hören und nicht vergessen
die Torheit.
25. Und nicht wird ihnen Friede werden, sondern des Todes werden sie sterben
plötzlich.


Kap. 97

1. Wehe denen, welche begehen Gottlosigkeiten, und das Wort der Lüge loben
und ehren. Ihr seid verloren gegangen, und nicht ist in euch gutes Leben.
2. Wehe euch, die ihr verändert die Worte der Rechtschaffenheit; und die
Anordnungen, welche für die Ewigkeit, übertreten sie,
3. und machen, (daß) die Häupter derjenigen, welche nicht Sünder sind, auf
der Erde niedergetreten werden.
4. In jenen Tagen werdet ihr Gerechten gewürdigt werden, zu erheben eure
Gebete zur Erinnerung, und sie setzt zum Zeugen vor die Engel, damit sie
setzen die Sünden der Sünder vor den Erhabenen zur Erinnerung.
5. In jenen Tagen werden bestürzt sein die Völker, und es werden sich
erheben die Geschlechter der Völker an dem Tage des Verderbens.
6. Und in jenen Tagen werden diejenigen, welche schwanger werden,
hinausgehen, und ihre Kinder zerreißen und sie verlassen. Und von ihnen
werden fallen ihre Erzeugten, und während sie saugen, werden sie sie
hinwerfen, und sich nicht wenden zu ihnen, und kein Mitleiden haben mit
ihren Lieben.
7. Wiederum beschwöre ich euch, ihr Sünder; denn dem Tage des Blutes,
welcher nicht aufhört, ist bestimmt die Sünde.
8. Und sie werden anbeten Steine, und das, was sie schneiden: Bilder von
Gold und Silber, und von Holz [und von Ton], und sie werden anbeten unreine
Geister, und Dämonen, und jeden Götzen, und in Tempeln. Und gar keine Hilfe
wird gefunden werden von ihnen, und sie werden vergessen werden wegen der
Torheit ihres Herzens. Und es werden verblendet sein ihre Augen in den
Befürchtungen ihres Herzens und in dem Gesicht ihrer Träume, in ihnen werden
sie böse sein und fürchten, weil sie alle ihr Tun in Lüge taten, und
anbeteten Stein; und sie werden umkommen auf einmal.
9. Und in jenen Tagen sind gesegnet alle diejenigen, welche aufnehmen das
Wort der Weisheit, und es verkündigen und nehmen die Wege des Erhabenen, und
gehen auf dem Wege der Gerechtigkeit, und nicht böse sind mit denen, welche
böse;
10. denn sie werden sicher sein.
11. Wehe euch, die ihr ausbreitet die Bosheit eures Nächsten; denn in der
Hölle werdet ihr getötet werden.
12. Wehe euch, die ihr macht den Grund der Sünde und des Betrugs, und denen,
welche erbittern auf Erden; denn auf ihr werden sie vernichtet werden,
13. Wehe euch, die ihr baut euere Häuser durch Arbeit Anderer; und alle ihr
Bau ist Ziegel und Stein der Sünde. Ich sage euch, daß euch nicht wird
Friede.
14. Wehe denen, welche verwerfen das Maß und das Erbteil ihrer Väter,
welches für Ewigkeit, und lassen nachfolgen ihren Geist dem Götzen; denn
nicht wird ihnen Ruhe.
15. Wehe denen, welche Unrecht tun, und helfen der Bedrückung, und töten
ihren Nächsten bis zu dem Tage des großen Gerichts; denn er wird
niederwerfen euren Ruhm, und legen Bosheit in euer Herz, und erregen den
Geist seines Zorns, daß er euch umbringe, euch alle durch das Schwert.
16. Und alle Gerechte und Heilige werden gedenken eurer Sünde.


Kap. 98

1. Und in jenen Tagen werden an Einem Orte Väter mit ihren Erzeugten
erschlagen werden, und Brüder mit ihrem Nächsten hinfallen in den Tod, bis
es fließen wird wie ein Strom von ihrem Blute.
2. Denn ein Mann wird nicht zurückhalten seine Hand von seinen Kindern, und
nicht von den Kindern seiner Kinder; gnädig (ist) er, daß er sie tötet.
3. Und der Sünder wird nicht zurückhalten seine Hand von seinem geehrten
Bruder. Von der Morgenröte bis zum Untergange der Sonne, - werden sie
getötet werden. Und gehen wird das Pferd bis an seine Brust im Blute der
Sünder, und der Wagen wird bis zu seiner Höhe einsinken.


Kap. 99

1. Und in jenen Tagen werden die Engel herabsteigen in die Schlupfwinkel,
und zusammenbringen an Einen Ort alle diejenigen, welche halfen der Sünde.
2. Und erheben wird sich der Erhabene an jenem Tage, zu halten das große
Gericht über alle Sünder; und Wächter wird er geben über alle Gerechte und
Heilige von den heiligen Engeln, sie werden sie bewachen, wie den Augapfel,
bis vernichtet ist alle Bosheit und alle Sünde.
3. Und wenn auch schlafen die Gerechten einen tiefen Schlaf, so ist nicht in
ihnen, was sie fürchten sollten, und das Wahre werden sehen die weisen
Menschen.
4. Und verstehen werden die Kinder der Erde jedes Wort dieses Buches, und
erkennen, daß nicht vermag ihr Reichtum sie zu retten in dem Sturz ihrer
Sünde.
5. Wehe euch, o Sünder, wenn ihr quälen werdet die Gerechten an dem Tage
heftiger Drangsal, und sie verbrennen lasset im Feuer; und ihr werdet
belohnt werden nach euren Werken.
6. Wehe euch, o Verderbte des Herzens, die ihr wacht einzusehen das Böse!
Und es geschieht, (daß) euch erreicht die Furcht, und niemand ist, der euch
helfe.
7. Wehe euch, Sünder; denn wegen des Wortes eures Mundes und wegen der Werke
eurer Hände, welche Taten eurer Gottlosigkeit, werdet ihr in der Glut der
Flamme des Feuers glühen.
8. Und nun wisset, daß die Engel erforschen werden euere Taten im Himmel von
der Sonne, und von dem Monde und von den Sternen wegen eurer Sünde, weil auf
Erden ihr übt Gericht an den Gerechten.
9. Und zeugen wird über euch jede Wolke, und der Nebel, und der Tau und der
Regen; denn sie alle werden zurückgehalten werden von euch, daß sie nicht
herabkommen zu euch, und nicht Sorge tragen für euere Sünde.
10. Und gebet ein Geschenk dem Regen, damit er sich nicht zurückhalten lasse
und herabkomme auf euch, und der Tau, wenn er annimmt von euch Gold und
Silber. Wenn fällt auf euch der Reif und der Schnee und ihre Kälte, und alle
Winde des Schnees und alle ihre Qualen, in jenen Tagen werdet ihr nicht
vermögen zu stehen vor ihnen.


Kap. 100

1. Betrachtet den Himmel, alle ihr Kinder des Himmels, und jedes Werk des
Erhabenen, und fürchtet ihn und tut kein Böses vor ihm.
2. Wenn er verschließt die Fenster des Himmels, und zurückhält Regen und
Tau, daß er nicht herabkommt auf die Erde euretwegen, was wollt ihr da tun?
3. Und wenn er sendet seinen Zorn über euch und über alle euere Werke, so
seid ihr nicht diejenigen, welche ihn anflehen; ihr sprecht über seine
Gerechtigkeit Großes und Starkes, und Euch wird kein Friede.
4. Und seht ihr auch nicht die Könige der Schiffe, wie herumgetrieben von
der Woge, und fortgerissen von den Winden ihre Schiffe und gefährdet werden?
5. Und deshalb haben sie Furcht; denn alle ihr schöner Reichtum ging aus in
das Meer mit ihnen. Und Gutes denken sie nicht in ihrem Herzen, weil das
Meer sie verschlingen wird und sie untergehen werden in ihm.
6. Ist nicht das ganze Meer und alle seine Wasser, und alle seine Bewegung
ein Werk des Erhabenen? Und er hat alles Wirken desselben versiegelt, und es
ganz eingeschlossen mit Sand,
7. und bei seinem Schelten wird es trocken und erschrickt, und alles, was in
demselben ist. Und ihr Sünder, die ihr auf Erden seid, ihr fürchtet ihn
nicht? Ist er nicht der Schöpfer des Himmels und der Erde, und von allem,
was in ihnen?
8. Und wer gab Lehre und Weisheit allen denen, welche auf der Erde, und
denen, welche im Meere?
9. Fürchten nicht die Könige der Schiffe das Meer? Und Sünder sollten den
Erhabenen nicht fürchten?


Kap. 102

1. Und in jenen Tagen, wo er bringen wird über euch heftiges Feuer, wohin
werdet ihr fliehen und wo werdet ihr sicher sein?
2. Und wenn er legt sein Wort auf euch, werdet ihr nicht bestürzt sein und
euch fürchten?
3. Und alle Lichter werden bewegt sein in großer Furcht, und die ganze Erde
wird bestürzt sein, und zittern und Angst empfinden.
4. Und alle Engel vollziehen ihre Befehle, und trachten sich zu verbergen
vor der großen Herrlichkeit, und zittern werden die Kinder der Erde und
bewegt sein.
5. Und ihr Sünder seid verflucht in Ewigkeit, und nicht wird euch Friede.
6. Fürchtet nicht, ihr Seelen der Gerechten, und hofft auf den Tag eueres
Todes in Gerechtigkeit, und seid nicht traurig, weil hinabsteigt euere Seele
in großer Trübsal, und Seufzen, und Ächzen, und in die Unterwelt in
Traurigkeit, und nichts empfing euer Leib in eurem Leben wegen eurer Güte,
sondern vielmehr an dem Tage, wo ihr waret, Sünder waren, und an dem Tage
der Verfluchung und Züchtigung.
7. Und wenn ihr sterbt, so werden sprechen über euch die Sünder: "Wie wir
sterben, sterben die Gerechten, und was ist der Nutzen in ihrem Tun? Siehe!
gleich uns sterben sie in Traurigkeit und in Finsternis. Und was ist ihr
Vorzug vor uns? Von nun an sind wir gleich. Und was werden sie davon tragen
und was schauen in Ewigkeit? Denn auch sie, siehe! sind gestorben, und von
nun an in Ewigkeit werden sie nicht schauen das Licht." Ich will euch sagen,
ihr Sünder: "Zur Genüge war euch Speise und Trank, und Beute von Menschen,
und Raub und Sünde, und Erwerb von Gütern, und Sehen guter Tage. Habt ihr
auch gesehen nach den Gerechten, wie ihr Ende war in Frieden, weil gar keine
Bedrückung gefunden wurde an ihnen bis zu dem Tage ihres Todes? Und sie
kamen um, und wurden wie das, was nicht war, und es stiegen hinab in die
Unterwelt ihre Geister in Trübsal."


Kap. 103

1. "Und nun schwöre ich euch, den Gerechten, bei seiner großen Herrlichkeit
und seinem Ruhme, bei seinem ruhmvollen Königtum und bei seiner Größe
schwöre ich euch: "Ich weiß dieses Geheimnis, und ich habe gelesen in dem
Getröpfel des Himmels, und ich habe gesehen das Buch der Heiligen, und ich
habe gefunden, was geschrieben darin und ausgedrückt über sie.
2. Denn alles Gute, und Freude, und Ehre sind ihnen bereitet worden, und
niedergeschrieben für die Geister derer, welche starben in Gerechtigkeit und
in vieler Güte. Gegeben werden wird euch die Pflanze euerer Leiden, und
eurer Teil wird übertreffen den Teil des Lebens.
3. Und leben wird euer Geist, die ihr starbt in Gerechtigkeit; und es werden
sich freuen und frohlocken ihre Geister, und Erinnerung ihrer (ist) vor dem
Angesichte des Mächtigen für alle Geschlechter der Welt. Und nun werdet ihr
nicht fürchten ihren Schimpf."
4. Wehe euch, o Sünder, wenn ihr sterbt in eueren Sünden! Und sprechen
werden diejenigen, welche sind wie ihr, über euch: "Gesegnet sind diese
Sünder; alle ihre Tage haben sie gesehen, und nun sind sie gestorben [in
Glück und in Reichtum; Unglück und Verderben sahen sie nicht in ihrem Leben,
in Ehren sterben sie], und Gericht ward über sie nicht gehalten in ihrem
Leben."
5. Wurde ihnen nicht gezeigt, daß sie in die Unterwelt hinabsteigen lassen
werden ihre Geister, und Übel sein werden und groß ihre Qual? Und in die
Finsternis, und in das Netz und in die Flamme, welche brennen wird zu dem
großen Gericht, wird eingehen ihr Geist, und das große Gericht wird sein für
alle Geschlechter in Ewigkeit.
6. Wehe euch! denn euch wird nicht Frieden. Nicht werdet ihr sagen zu den
Gerechten und zu den Guten, welche im Leben sind: "In den Tagen unserer Not
waren wir mit Beschwerde beschwert, und jede Not haben wir gesehen und
vieles Üble haben wir gefunden;
7. und wir sind aufgerieben und geschwächt, und hinfällig ist unser Geist;
8. wir sind zu Grunde gerichtet worden, und nicht war da, der uns hülfe. Mit
Wort und mit der Tat konnte er nicht. Und durchaus Keinen haben wir
gefunden, und wir wurden gedrückt und zu Grunde gerichtet.
9. Und wir haben nicht gehofft, daß wir sähen das Leben von Tag zu Tag;
10. und wir hofften zu werden der Kopf, und wir wurden zum Schwanze. Wir
wurden bedrängt, während wir wirkten, und wir hatten keine Macht über unsere
Drangsal, und wir wurden zur Speise den Sündern. Und die Ungerechten machten
schwer auf uns ihr Joch.
12. Und mächtig waren über uns diejenigen, welche uns [verabscheuen und
welche uns bedrängen, und vor denen, welche uns] hassen, beugten wir unseren
Hals, und sie waren nicht mitleidig gegen uns.
13. Und wir suchten von ihnen zu gehen, damit wir uns flüchteten und Ruhe
hätten, und wir fanden nicht, wohin wir fliehen und sicher wären vor ihnen.
Und wir verklagten sie bei Fürsten in unserer Not, und schrien über
diejenigen, welche uns verschlangen, aber auf unser Geschrei sahen sie
nicht, und nicht suchten sie zu hören unsere Stimme.
14. Und sie halfen denen, welche uns rauben und verschlingen, und denen,
welche uns schwächen und verbergen ihre Bedrückung, welche nicht entfernen
von uns ihr Joch, sondern uns verschlingen, und uns entnerven, und uns
ermorden, und verbergen unsere Ermordung, und sich nicht daran erinnern, daß
sie aufgehoben haben ihre Hände über uns."


Kap. 104 a

1. Ich beschwöre euch, o Gerechte; denn im Himmel werden erwähnen die Engel
über euch Gutes vor der Herrlichkeit des (Mächtigen; [eure Namen wird man
aufschreiben vor der Herrlichkeit des Mächtigen.]
2. Hofft; denn zuerst seid ihr beschimpft worden in Elend und Leiden, und
nun werdet ihr Leuchten wie die Lichter des Himmels, und ihr werdet gesehen
werden, und die Tore des Himmels werden euch geöffnet werden. Und euer
Geschrei nach dem Gericht - schreit (nur) und es wird euch erscheinen; denn
von den Fürsten erfragen werden sie alle eure Drangsal, und von allen denen,
welche halfen denen, die euch beraubten.
3. Hofft und gebt nicht auf euere Hoffnung; denn werden wird euch große
Freude, gleich den Engeln des Himmels. Was ihr auch tun werdet, keineswegs
werdet ihr verborgen sein an dem Tage des großen Gerichts, und nicht
erfunden werden als Sünder; und das Gericht, welches für ewig, wird fern
sein von euch für alle Geschlechter der Welt.
4. Und nun fürchtet nicht, o Gerechte, wenn ihr die Sünder seht erstarken
und gedeihen in ihren Begierden!
5. Und seid nicht Genossen mit ihnen, sondern haltet euch fern von ihrer
Bedrückung; denn dem Heere des Himmels seid ihr Genossen. Weil ihr sprecht,
ihr Sünder: "nicht erforscht werden wird alle unsere Sünde, und nicht wird
man sie aufschreibe, so werden sie aufschreiben alle eure Sünde an jedem
Tage.
6. Und nun zeige ich's euch an; denn Licht und Finsternis, Tag und Nacht
sehen alle euere Sünde. Seid nicht gottlos in eurem Herzen; und lügt nicht,
und übergebt nicht das Wort der Vollkommenheit; lügt nicht Worte des
Heiligen und des Mächtigen, und lobt nicht euere Götzen; denn nicht wird
alle eure Sünde und alle eure Gottlosigkeit zur Gerechtigkeit, sondern zu
großer Sünde.
7. Und nun will ich anzeigen dies Geheimnis; denn das Wort der
Vollkommenheit werden verdrehen und übertreten viele Sünder.
8. Und sie werden sprechen böse Worte, und lügen und schaffen große
Schöpfungen, und Bücher werden sie schreiben über ihre Worte. Wenn sie aber
schreiben werden alle mein Wort richtig in ihren Sprachen,
9. so werden sie nicht verändern und nicht vermindern von meinen Worten,
sondern alles richtig schreiben, alles, was ich zuerst mitgeteilt habe über
sie.
10. Und ein anderes Geheimnis will ich euch anzeigen. Denn den Gerechten und
den Weisen werden gegeben werden Bücher der Freude, der Vollkommenheit und
großer Weisheit, und ihnen werden Bücher gegeben werden, und sie werden an
sie glauben,
11. und sie werden sich freuen über sie. Und es werden belohnt werden alle
Gerechte; aus ihnen lernten sie kennen alle Wege der Rechtschaffenheit."


Kap. 104 b

1. Und in jenen Tagen wird sagen der Herr, damit sie rufen und hören lassen
den Kindern der Erde ihre Weisheit: "Zeigt (sie) ihnen, weil ihr ihre Führer
seid,
2. und die Vergeltung über die ganze Erde; denn ich und mein Sohn werden uns
verbinden mit ihnen in Ewigkeit auf den Wegen der Rechtschaffenheit in ihrem
Leben. Und Friede wird euch werden. Freut euch, Kinder der
Rechtschaffenheit, in Wahrheit!"


Kap. 105

1. Und nach einiger Zeit nahm mein Sohn Methusalah seinem Sohn Lamech ein
Weib.
2. Und sie wurde schwanger von ihm, und gebar ein Kind, und es war sein
Fleisch weiß wie Schnee und rot, wie die Blume der Rose; und das Haar seines
Hauptes wie Wolle weiß und sein Scheitel, und schön seine Augen, und wenn es
sie öffnete, erleuchtete es das ganze Haus wie die Sonne; und Überfluß an
Licht hatte das ganze Haus.
3. Und als er genommen wurde aus der Hand er Wehemutter, öffnete es seinen
Mund und sprach zu dem Herrn der Gerechtigkeit. Und es fürchtete sich
Lamech, sein Vater, vor ihm, und floh und kam zu seinem Vater Methusalah und
sagte ihm: "Ich habe gezeugt einen andersartigen Sohn; nicht ist er wie
Menschen, sondern gleicht den Kindern der Engel des Himmels, und seine Natur
ist anders, und er ist nicht wie wir.
4. Und seine Augen sind wie die Strahlen der Sonne, sein Angesicht (ist)
herrlich, und es scheint mir, daß er nicht wurde von mir, sondern von den
Engeln ist.
5. Und ich fürchte, daß geschehen werde Wunderbares in seinen Tagen auf der
Erde.
6. Und nun will ich, mein Vater, dich anflehen und bitten vor dir, daß du
gehst zu Henoch, unserem Vater, und hörst von ihm die Wahrheit; denn es ist
bei den Engeln seine Wohnung."
7. Und als Methusalah gehört hatte das Wort seines Sohnes, kam er zu mir an
die Enden der Erde; denn er hatte gehört, daß ich dort war. Und er rief.
8. Und ich hörte seine Stimme und kam und sagte ihm: "Siehe! da bin ich,
mein Sohn, weil du gekommen bist zu mir."
9. Und er antwortete mir und sprach; "Wegen einer großen Angelegenheit bin
ich gekommen zu dir, und wegen eines schweren Gesichts; darum nahte ich
mich.
10. Und nun, mein Vater, höre mich; denn es ist geboren dem Lamech, meinem
Sohn, ein Kind, welches nicht ist sein Ebenbild und dessen Natur nicht
gleich der Natur des Menschen; und seine Farbe ist weißer als der Schnee und
röter als die Blume der Rose; und die Haare seines Hauptes sind weißer als
weiße Wolle, und seine Augen gleich den Strahlen der Sonne. Und öffnete es
seine Augen, so erleuchtete es das ganze Haus;
11. und es wurde genommen aus der Hand der Wehemutter, und öffnete seinen
Mund und pries den Herrn des Himmels.
12. Und es fürchtete sich sein Vater Lamech und floh zu mir, und glaubte
nicht, daß es von ihm sei, sondern er meint, von den Engeln des Himmels. Und
siehe! ich bin zu dir gekommen, damit du mir verkündest die Wahrheit."
13. Und ich Henoch antwortete und sagte ihm: "Tun wird der Herr Neues auf
der Erde. Und dieses habe ich erklärt und gesehen in einem Gesicht, und ich
habe dir's verkündet. Denn die Zeitgenossen Jared's, meines Vaters,
übertraten das Wort des Herrn von der Höhe des Himmels, und siehe! sie
begehen Sünde, und übertreten die Anordnungen, und mit Weibern vermischten
sie sich, und mit ihnen begingen sie Sünde, heirateten von ihnen und zeugten
mit ihnen Kinder.
14. Und große Verwüstung wird sein [auf der ganzen Erde; eine Flut], und
große Verwüstung wird in Einem Jahre sein.
15. Dieses Kind, welches euch geboren ist, dies wird übrig bleiben auf der
Erde, und seine drei Kinder werden gerettet werden mit ihm. Wenn sterben
werden alle Menschen, welche auf Erden sind, wird es sicher sein.
16. Und seine Kinder werden zeugen auf der Erde die, welche Riesen nicht des
Geistes, sondern des Fleisches. Und es wird sein große Züchtigung auf der
Erde, und abgewaschen werden wird die Erde von aller Verdorbenheit. Und nun
benachrichtige deinen Sohn Lamech. Denn das, was geboren wurde, ist sein
Kind in Wahrheit, und nenne seinen Namen Noah; denn es wird euch sein ein
Übriggebliebener. Und er und seine Kinder werden sicher sein vor der
Verdorbenheit, welche kommen wird auf der Erde, vor aller Sünde und vor
aller Ungerechtigkeit, welche vollbracht werden wird auf der Erde in seinen
Tagen. Und darauf wird sein eine Ungerechtigkeit, noch gewaltiger als die,
welche vollbracht wurde zuerst auf der Erde. Denn ich weiß die Geheimnisse
der Heiligen, weil er, der Herr, mir (sie) offenbart und verkündet hat, und
in dem Getröpfel des Himmels habe ich gelesen.
17. Und ich sah, was geschrieben über sie. Denn Geschlecht auf Geschlecht
wird sich vergehen, bis sich erheben wird ein Geschlecht der Gerechtigkeit,
und Vergehen untergegangen und Sünde gewichen ist von der Erde, und alles
Gute nicht (erst noch) kommen soll auf sie.
18. Und nun, mein Sohn, gehe, benachrichtige deinen Sohn Lamech;
19. denn jenes Kind, welches geboren, ist sein Kind wahrhaftig, und es ist
kein Betrug."
20. Und als gehört hatte Methusalah das Wort seines Vaters Henoch, weil er,
was verborgen, ihm zeigte, jedes Werk: kehrte er zurück, um zu sehen, und
nannte den Namen jenes Kindes Noah, weil es erheitern wird die Erde nach
gänzlicher Verwüstung.
21. Eine andere Schrift, welche Henoch schrieb für seinen Sohn Methusalah,
und für diejenigen, welche kommen werden nach ihm, und beobachten die
Anordnungen in den letzten Tagen. "Die ihr wirktet und harren werdet in
diesen Tagen, bis vernichtet sind diejenigen, welche Übles taten, und ist
die Macht der Schuldigen: harret ihr, bis vergeht die Sünde. Denn ihr Name
wird ausgestrichen werden aus den Büchern der Heiligen, und ihr Same wird
vernichtet werden für ewig, und ihre Geister getötet. Und sie werden
schreien und klagen an dem Orte der Wüste, welche nicht gesehen wird, und im
Feuer werden sie brennen; denn nicht ist dort Erde." Und ich sah dort, wie
eine Wolke, welche nicht sehen ließ; denn wegen ihrer Tiefe vermochte ich
nicht in die Höhe zu blicken, und Flammen seines Feuers sah ich, indem es
hell brannte, und sie drehten sich wie glänzende Berge, und wurden bewegt
hierhin und dorthin.
22. Und ich fragte Einen von den heiligen Engeln, welche bei mir, und sagte
ihm: "Was ist dieses Glänzende? Denn es ist nicht der Himmel, sondern allein
Flamme vom Feuer, welches brennt; und eine Stimme des Geschreis und des
Weinens und der Klagen und großer Qual."
23. Und er sagte mir: "In diesem Ort, welchen du siehst, dorthin werden
hinabgestoßen werden die Geister der Sünder und der Gotteslästerer, und
derer, welche Böses tun, und derer, welche verkehren alles, was gesprochen
hat der Allherrscher durch den Mund der Propheten, was sie tun sollten."
Denn es gibt über sie Schriften [und] Verzeichnisse oben im Himmel, damit
sie lesen die Engel, und wissen, was geschehen wird den Sündern und den
Geistern der Demütigen, und denen, welche leiden ließen ihr Fleisch, und
belohnt worden sind von Gott, und denjenigen, welche beschimpft wurden von
bösen Menschen, welche Gott liebten, nicht Gold und nicht Silber [liebten],
noch an irgend Gutem, was in der Welt, hingen, sondern hingaben ihr Fleisch
der Qual,
24. und denjenigen, welche seit sie sind, nicht begehrten Reichtum, welcher
auf der Erde, sondern ansahen ihr Haupt als einen Hauch, welcher dahin geht.
25. Und dies beobachteten sie, und viel geprüft hat sie der Herr, und
erfunden wurden ihre Geister in Reinheit, daß sie preisen seinen Namen. Und
allen ihren Segen habe ich erzählt in Büchern, und er belohnte ihre Häupter;
denn sie sind erfunden worden als die {,welche} lieben den Himmel vor ihrem
Odem, welcher für ewig. Und während sie niedergetreten wurden von den bösen
Menschen, und hörten von ihnen Schmähung und Gotteslästerung, und beschimpft
wurden, indem sie mich priesen: werde ich nun rufen die Geister der Guten
von dem Geschlechte des Lichtes, und verändern diejenigen, welche geboren
wurden in Finsternis, welche in ihrem Fleische nicht wieder empfangen die
Ehre, wie es würdig war ihrer Treue.
26. Und ich werde bringen in ein glänzendes Licht diejenigen, welche lieben
meinen heiligen Namen, und setzen jeden Einzelnen auf den Sitz der Ehre,
[seiner Ehre,] und sie werden erhöht werden in Zeiten, welche ohne Zahl.
Denn Gerechtigkeit (ist) das Gericht Gottes;
27. denn den Treuen wird er Treue geben in der Wohnung rechtschaffener Wege.
Und sie werden sehen diejenigen, welche geboren wurden in Finsternis, [und
in Finsternis werden hinabgeworfen werden,] während erhöht werden die
Gerechten. Schreien werden und sie sehen die Sünder, während sie glänzen,
und gehen zu dem, was geschrieben worden ist für sie an Tagen und Zeiten.
[Hier endet das Gesicht Henochs, des Propheten. Möge der Segen seines
Gebetes und die Gabe seiner festgesetzten Zeit sein mit seinen Lieben!
Amen].





 


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